638 Grundlagen des Schiffbaues.
Segelschiffe an mit Takelagen bis zu fünf vollgetakelten Masten für den Verkehr
nach Ostindien sowie Ostasien.
Die Kunst des Segelns ist schließlich in den letzten Jahrzehnten durch den Segelsport
und durch den vor einigen Jahren wieder aufgelebten Wettstreit zwischen den englischen
und amerikanischen Segeljachten um den Amerika-Pokal zu einer Höhe gelangt,
welche sie bis dahin noch nicht erreicht hatte. Infolge dieses Wettstreites haben sich in
der Anordnung der Takelage und bei der Anfertigung und dem Setzen der Segel Verbesserungen
herausgebildet, welche teilweise mit den alten Überlieferungen der erfahrenen
Seeleute brachen. Während man früher allgemein dem Prinzip huldigte, die Segel so
zuzuschneiden und auszubringen, daß sie beim Winde einen Bauch bezw. Sack bildeten,
damit der Wind sich in denselben
staut und so scheinbar
in gehäufter Weise seine
Kraft auf die Segel zur Geltung
bringt, ist man jetzt,
nach dem Vorgang der Amerikaner,
auf die brettartig gespannten
Segelflächen übergegangen
nach dem Grundsatz,
daß eine ruhende Luftschicht
nicht wirksam ist, sondern,
daß die Segelflächen
von stets neuen Windstößen
getroffen werden müssen.
Man sucht daher die Segelflächen
durch Einnähen von
65i. Srigg vor drill zvilldr Irgriild. Latten, sowie durch Anreihen
der Segel an Bäume, Mast
und Gaffel möglichst brettartig zu spannen, damit die auf das Segel geführte Luft leicht
und ohne erheblichen Widerstand entweichen kann, und man hat hiermit die günstigsten
Erfolge erzielt.
Die Wirkungsweise des Windes auf die Segel sowie auf die Fortbewegung
des Schiffes ergibt sich nun aus folgenden Betrachtungen. Nach Erfahrungsdaten
berechnet sich der Winddruck P in kg senkrecht auf eine Fläche von P qm Inhalt zu