Besegelung.
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p = O,09.Y 2 F, worin Y die Geschwindigkeit des Windes in in Pro Sekunde angibt;
derselbe ändert sich daher mit dein Quadrat der Windgeschwindigkeit. Der einfachste Fall
für die Fortbewegung des Schiffes durch den Wind ist derjenige, bei welchem das Schiff den
Wind gerade in dem Rücken hat, so daß es also mit
C
oder vor dem Winde fährt. Hierbei werden die
Raasegel rechtwinkelig zur Längsachse des Schiffes, /
d.h. querschiffs gebraßt und kommen die sogenannten /
Schratsegel weniger in Gebrauch. Die Fahrt des
Schiffes vor dem Winde ist durchaus nicht die /
schnellste, im besonderen für Schiffe mit großer /
Takelage, denn abgesehen davon, daß hierbei in A
der Hauptsache nur die Segelfläche des hinteren sss.
Mastes zur Geltung gelangt, da die vorderen Segel
sowie die Schratsegel durch diese bekalmt werden — man sucht daher vor dem Winde
durch Setzen von Beisegeln, Leesegel und Spinnaker, an wirksamer Segelfläche zu ge
winnen — so verringert sich die scheinbare Windgeschwindigkeit und demnach der Winddruck
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7,S
653. Dingen»,m brtr. Dichtung und Starke des Minücs.
auf die Segel durch das Vorwärtslaufen des Schiffes um die Größe der Schiffsgeschwindig
keit. Für ein in Fahrt befindliches Schiff bildet daher nicht die wirkliche Stärke und Richtung
des Windes die treibende Kraft, sondern es ist für die Segelführung und Segelstellnng die
scheinbare Stärke und Richtung des Windes maßgebend. Sie werden durch einen an Bord
befindlichen Windmesser und die Windfahne angegeben. Die scheinbare Bewegung des
Windes ist die Resultante aus dessen wirklicher Bewegung und der negativ zu nehmenden
Bewegung des Schiffes. Gibt daher AB die Richtung und die Länge von AB die Ge
schwindigkeit des Schiffes in einem bestimmten Maßstab an, OB die Richtung und der
Länge nach die Geschwindigkeit des wirklichen Windes, so ist OA die Richtung des schein
baren Windes, und die Länge von OA entspricht der Geschwindigkeit dieses Windes.
Durch die Fahrt des Schiffes voraus wird daher ein in der Kielrichtung des Schiffes
von hinten wirkender Wind in seiner Stärke um die Geschwindigkeit des Schiffes ver
ringert und in seiner Richtung nicht geändert. Ein von seitwärts achtern einfallender
Wind kommt seiner Richtung nach mehr von vorn, während er in seiner Geschwindigkeit
etwas verringert wird, ein von seitwärts vorn auf die Segel treffender Wind nimmt
einen spitzeren Winkel mit der Kiellinie an und an Stärke zu. Je nach der Richtung
des scheinbaren Windes müssen nun die Segelstellungen so gewählt werden, daß sie auf
die Fortbewegung des Schiffes am günstigsten wirken.