Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

/

650

Schiffbau.

5  zu  G.  Diese  Vorzüge  des  eisernen  oder  stählernen  Schiffes  gegenüber  dem  Holzschiff:
Größere  Tragfähigkeit  und  größerer  Stauraum  sind  für  den  Rheder  in  kommerzieller
Beziehung  von  der  größten  Wichtigkeit;  jedoch  auch  für  den  Kriegsschiffbau  sind  sie  in
Bezug  auf  die  Verwertung  der  Offensiv-  und  Defensivmittel  von  hervorragender  Bedeutung.
Wenngleich  hiernach  der  Wert  des  Holzschiffbaues  gegenüber  dem  zur  Zeit  allgemein
eingeführten  Eisen-  oder  Stahlschiffbau  sehr  eingebüßt  hat,  so  bildete  derselbe  jedoch
eine  notwendige  Vorstufe  zur  Entwickelung  des  Eisenschiffbaues.  Der  hölzerne  Schiffsrumpf ­
  gab  im  besonderen  einen  klaren  Aufschluß  über  den  Wert  und  die  Zweckmäßigkeit
der  einzelnen  Bauteile,  da  bei  seiner  verhältnismäßig  geringen  Widerstandsfähigkeit
die  eintretenden  Deformationen  die  schwachen  Stellen  des  Schiffes  hervortreten  ließen
und  so  einen  Schluß  auf  die  Art  der  Beanspruchung  der  Verbandteile  des  Schiffes
ermöglichten.
Wir  wollen  uns  daher  zunächst  eingehender  mit  dem  Holzschiffbau  und  seinen
Einzelheiten  beschäftigen  und  dann,  der  Entwickelung  des  Schiffbaues  folgend,  zum
Eisen-  und  Stahlschiffbau  übergehen.

668.  Schraubcndampfrr  klar  für  Len  seitlichen  KtapeUauf.  Auf  der  Querhelling.

Holzschiffbau.
Der  Bauplatz  der  Schiffe  heißt  die  Werft.  Die  Schiffswerften  liegen  naturgemäß
an  schiffbaren  Flnßläufen  oder  an  Meeresbuchten,  in  welche  das  fertige  Schiff  geleitet
wird.  Sie  umfassen  in  der  Hauptsache  ein  oder  mehrere  Hellinge,  auf  welchen  das
Schiffsgebäude  zusammengebaut  wird.  Die  Helling  besitzt  ein  Fundament  aus  Pfahlrosten ­
  oder  Betonklötzen  und  ist  nach  der  Wasserkante  zu  derart  geneigt,  daß  der  fertige
Schiffskörper  später  durch  sein  eigenes  Gewicht  auf  entsprechenden  Gleitbahnen  ins  Wasser
gleiten  kann.  Je  nachdem  das  Schiff  winkelrecht  bezw.  geneigt,  oder  parallel  zur  Wasserkante ­
  auf  Stapel  gesetzt  wird,  spricht  man  von  einer  Längs-  oder  einer  Querhelling.
Letztere  finden  in  der  Hauptsache  bei  schmalen  Flnßläufen  oder  auch  beim  Bau  von  sehr
flach  gehenden,  langen  Schiffen  Anwendung.  Die  Neigung  der  Längshelling  schwankt
je  nach  der  Große  des  Schiffes  von  J / 12  bis  1 / 24 ,  die  der  Qnerhelling  von  bis  '/ 8 .
Bei  dem  Bau  von  hölzernen  Schiffen  war  die  Helling  meist  überdacht,  um  die  Bauteile
vor  den  Einflüssen  der  Witterung  zu  schützen.  Jetzt  haben  dieselben  weniger  Wert.
Das  Schiffsgebände  wird  nun  nicht  direkt  aus  der  Helling  erbaut,  sondern  der  Kiel
wird  auf  einer  Reihe  hölzerner  Stapel,  den  sogenannten  Stapelklötzen,  gelagert,  damit
man  unter  dem  Boden  des  Schiffes  später  arbeiten  kann.  Man  sagt  daher  auch,  das
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.