Holzschisfban: Einsetzen der Masten. 659
Schiffsoffiziere, sowie um den Bau eines Deckshauses mittschiffs zur Unterbringung der
Mannschaftslogis und der Schiffsküche.
Das Einsetzen der Untermasten und des Bugspriets erfolgt meist mit Hilfe eines
Mastkranes oder mit Hilfe von provisorisch errichteten Böcken — Zweibeinen. Es folgt
dann das Aufbringen der sonstigen Rundhölzer als Stengen, Raaen, Gaffel, Bäume,
sowie im Anschluß hieran das Auftakeln, d. h. das Anbringen des stehenden und laufenden
Guts der Takelage.
Die Masten bestehen der Höhe nach meist aus mehreren Längen, dem Untermast
und den einzelnen Stengen. Der Untermast zerfällt mit Bezug auf seine Abmessungen
in drei Teile. Der untere Teil reicht vom Fuß bis unterhalb des Oberdecks. Er erhält am
untersten Ende einen vierkantigen Zapfen, mit welchem er in der Mastspur gelagert ist.
Im Oberdeck wird der Mast im Mastloch durch die Mastkeile festgekeilt. Der mittlere
Teil reicht vom Oberdeck bis zur Sahling, welcher seitlich durch konsolartige Mastbalken
gestützt wird. Der oberste Teil der Untermasten heißt der Top des Mastes. Er wird
mit vertikal angeordneten Latten benagelt, um ihn gegen das Scheuern der Wanten zu
schützen, und trägt an seinem oberen Ende in einem vierkantigen Zapfen das Eselshaupt.
Die Untermasten werden ans Kiefern- oder Yellow pine-Holz, die größeren auch aus
Stahl gefertigt. Die hölzernen Masten werden meist aus mehreren Hölzern zusammen-
672. Insammengcdautr Masten.
gebaut — gebauter Mast — teils der Länge nach, teils im Querschnitt und durch Bolzen
und warm aufgezogene eiserne Ringe verbunden. Man bildet entweder aus zwei Hölzern
ein Herzstück von der vollen Maststärke und ergänzt die Seiten durch Schalen, welche
oben als Backen ausgearbeitet werden, oder man verwendet ein polygonales Holzstück,
welches von Schalen oder Schwaigen umgeben wird. Die stählernen Masten, welche sich
durch größere Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit auszeichnen, werden als Cylinder
aus Stahlblechen mit innen liegenden Naht- und Stoßstreifen zusammengenietet, und
größere Masten erhalten im Inneren Versteifnngswinkel oder Stähle, welche meist zugleich
als Nahtstreifen dienen. Die Balken bestehen aus stählernen Konsolblechen, und der Top
wird durch einen Deckel geschlossen.
Die Verbindung der Nntermasten mit den Stengen erfolgt mit Hilfe des Marses,
der Sahlings und des Eselshauptes. Die Längs- und Quersahlings dienen zum Tragen
des Marses und als Stützpunkt für den Fuß der Marsstenge, welche mittels des Schloß
holzes auf ihnen ruht. Der Mars gibt dem stehenden Gut, den Wanten der Marsstenge
die nötige Spreizung und dient nebenbei als Plattform zur Bedienung der oberen
Takelage. Das Eselshaupt, auch Eselshooft genannt, besteht aus zwei mit Stegen ver
bundenen eisernen Ringen, von welchen der Hintere auf den vierkantigen Top des Unter
mastes gekeilt ist, während der vordere zum Halt der Stenge dient. Die Fortsetzung der
Marsstenge bildet die Bramstenge, diejenige der Bramstenge die Oberbramstenge oder
Royalstenge; letztere besteht jedoch meist mit der Bramstenge aus einem Holz. Die
Stengen werden meist aus Kiefern oder Yellow pine, seltener aus Stahl gefertigt und
bestehen aus einem Holz.,, Der Fuß hat einen quadratischen oder achteckigen Querschnitt
und paßt genau in die Öffnung zwischen Quer- und Längssahlings; er trägt oberhalb
83*