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Holzschiffbau: Anker und Boote.
Der Schiffsanker hat den Zweck, das Schiff im Hafen und auf der Rhede mit
Hilfe der Ankerkette an einem bestimmten Ankerplatz gegen Strom und Wind festzuhalten.
Er muß derart eingerichtet sein, daß er beim Auswerfen mit seinen Armen und Pflügen
schnell in den Grund eingreift und beim Steifkommen der Kette sicher haften bleibt, beim
Lichten des Ankers jedoch, wenn die Kette beim Einhieven auf
und nieder zu stehen kommt, die Arme aus dem Boden aus
gebrochen werden. Die gebräuchlichste Ankerform bildet der Nor
mal- oder Admiralitätsanker und der Porter-Anker. Auf Kriegs
schiffen finden vorzugsweise sogenannte Patentanker von Martin,
Jnglefield, Hall u. s. w. ohne Stock Verwendung, da sich dieselben
besser verstauen lassen. Um das Haltevermögen zu vergrößern,
greifen beide Pflüge zugleich in den Grund. Je nach der Lage
rung an Bord sowie nach ihrem Verwendungszweck gliedert man
die Anker in Buganker für den gewöhnlichen Gebrauch, Rüst
anker als Reserve, bei Segelschiffen meist auf der Fockrüst ver
staut, Heckanker, am Heck gelagert, und in den kleinen Warp-,
Strom- und Bootsanker. Die Anker werden meist aus Schmiede
eisen oder Stahl geschmiedet, die
Patentanker werden teilweise aus
Stahlguß gefertigt. Sie kommen
in Größen bis zu 6000 kg Ge
wicht vor.
Die Ankerketten bestehen für
schwere Ketten aus Gliedern mit
gußeisernem Steg, für leichte
Ketten ohne Steg; sie kommen
meist in Längen von 25 in zur
Verwendung, und man benutzt
für einen Anker 7 bis 9 Längen.
Die Kettenenden werden durch Schäkel verbunden, und 6 in vom Anker ist stets ein Wirbel
schäkel eingeschaltet, um etwaige Törns in der Ankerkette leichter beseitigen zu können.
Die Anzahl und Größe der Boote richtet sich nach der Größe und Besatzungszahl
des Schiffes. Bei den Schiffen der Handelsmarine dienen die Boote für den Verkehr
mit dem Lande, zum Verholen des Schiffes im Hafen, sowie vor allem als Rettungs
boote bei Schiffsunfällen.
Sie sind vorzugsweise als
Ruderboote gebaut, jedoch
meist auch zum Segeln
eingerichtet. Bei den
Kriegsschiffen ist der Ver
wendungszweck der Boote
vielseitiger, und bei den
selben haben sich be
stimmte Bootsgattungen
ausgebildet. Die Bar
kassen sind Boote schwerer 676. Verbesserter Inglcfietdanker.
Bauart und dienen zum
Transport schwerer Gegenstände, zum Ausbringen von Ankern u. s. w., die Pinassen sind
etwas leichter gebaut und dienen denselben Zwecken. Die Kutter sind die Hauptverkehrs
boote und in See Rettungsboote; die Gigs sind leichte, schlanke Ruderboote zur Be
nutzung für den Kommandanten, die Jollen und Dingis sind kleinere Verkehrsboote für
die Mannschaft. Außerdem haben die Kriegsschiffe ein bezw. zwei Dampfbeiboote an
Bord, welche für den Wachtdienst und zu Landungsmanövern mit einem leichten Geschütz
armiert sind.
674. Norm-tanker. 67». p-tent-nker mit Iiewrg-
a Hand, Pflug oder Flügel, b Kreuz. lichen Armen.
° Anlerschast. <l Ankerstork. e Röhrrtng. Rach Porter und Trolman.