Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Holzschiffbau:  Stehendes  und  laufendes  Tauwerk.

661

mittels  Kauschen  oder  Doodshofte  befestigt  und  steigen  zu  den  Masten  und  Stengen  schräg
nach  aufwärts.  Sie  werden  nach  dem  Teil  der  Bemastung,  welchen  sie  stützen,  benannt,
z.  B.  Großstengeflag,  Vorbramstag  n.  s.  w.  Fahren  an  den  Stagen  zugleich  Schratsegel,
so  heißen  sie  Leiter,  z.  B.  Klüverleiter.  Die  Stage  gehen  auch  von  Mast  zu  Mast,  und  auf
diese  Weise  wird  vom  Bugspriet  bis  zum  hintersten  Mast  eine  fortlaufende  Kette  von  Tauen
ausgespannt.  Das  stehende  Tauwerk  des  Bugspriets  bilden  die  Wasserstagcn,  welche  es
nach  unten  halten  und  dem  Zug  des  Fock-  und  Vorsteugestags  entgegenwirken,  und  die
Bugstagen,  welche  das  Bugspriet  seitlich  nach  dem  Bug  des  Schiffes  Verstagen.  Man
verwendet  für  letztere  meist  Ketten.  Der  Klüverbaum  sowie  der  Außenklüverbaum  erhalten
zur  Stützung  Stampfstage,  Taue
oder  Ketten,  welche  über  einen  am
Eselshaupt  des  Bugspriets  befestigten ­
  Stock,  den  sogenannten  Stampsstock,
  als  Spreize  nach  dem  Galliou
geführt  sind.  Der  Stampfstock  wird
durch  Achterholer  nach  jeder  Seite
des  Schiffsbuges  gehalten.  Der
Klüver  -  und  Außenklüverbaum
werden  seitwärts  durch  ihre  Geien
oder  Backstagen,  die  über  die  blinde
Raa  oder  einenAuslieger  am  Kranbalken ­
  nach  dem  Schiffsbugereichen,
gestützt.  Alles  stehende  Tauwerk
wird  an  den  Stellen,  an  welchen  es
um  die  Masten  und  sonstige  Rundhölzer, ­
  sowie  um  die  Jungfern,
Doodshofte  u.  s.  w.  gelegt  wird,  mit
schmalen  Streifen  geteerten  Segeltuchs ­
  —  Schmarting  —  umwunden
und  dann  gekleidet,  d.  h.  mit  dünnem ­
  Tau  —  Schiemaunsgarn  —
umwickelt,  um  es  besser  gegen  lokalen ­
  Druck  zu  schützen.
Zum  stehenden  Tauwerk  sind
noch  zu  rechnen  die  sogenannten
Pferde  oder  Peerde,  welche  unter
allen  Raaen  und  unter  dem  Klüverbaum ­
  in  halberMannshöhe  entfernt  ,  Unterfe(?eI(  2  TOatS , e(te[ ,  8  8tamfCBt
hängen  und  in  bestimmten  Zwischen-  segel,  6  Marsleesegel  oder  Oberleesegel,  7  Bramleesegel,  8  Topenanten.
Whtt***«  i  üt  .  9  Besän,  10  Reffband,  11  Refftalje,  12  Bulain,  13  Geitaue,  i4Leesegelumen
  von  senkrecht  herabgehenden  schote,  15  Leesegelhals,  16  Leesegelfall,  17  Backspierentopenant.
Hangern  (Springstroppen  oder
Springpferden)  gehalten  werden.  Sie  dienen  den  Matrosen  als  Fußstütze  beim  Beschlagen
und  Lösen  der  Segel.  Ferner  gehören  dazu  die  Topenanten,  Taue,  welche  zum  Wagerechthalten
  der  Raaen  von  den  Nocken  derselben  bis  zum  Top  des  Mastes  bezw.  der
Stengen  ausgespannt  sind.  Die  Topenant  des  Baumes  heißt  Dirk.  Das  stehende  Gut
teilt  man  auch  in  Vorgeschirr  -  zwischen  Fockmast  und  Bugspriet  bezw.  Klüverbaum  —  und
Achtergeschirr  oder  benennt  es  nach  den  einzelnen  Abschnitten  des  Mastes,  z.  B.  Marsgnt.
Das  laufende  Gut  der  Takelage  umfaßt  alles  Tauwerk,  welches  bewegt,  d.  h.  geholt
oder  gefiert  wird  und  mit  welchem  die  Raaen  gebraßt,  die  Gaffeln  und  Stengen  geheißt
und  gefiert  sowie  die  Segel  geheißt  bezw.  niedergeholt  oder  geborgen  bezw.  gerefft
werden.  Die  Brassen  sind  an  den  Raaschenkeln  bezw.  Raanocken  befestigt  und  von  dort
direkt  oder  durch  Blöcke  nach  den  benachbarten  Masten  oder  an  Deck  geleitet;  sie  dienen
dazu,  die  Raaen  in  einem  bestimmten  Winkel  zur  Längsschiffsebene  festzustellen.  Am
Großmast  heißen  diese  Taue  Großbrassen,  am  Fockmast  entsprechend  Vorbrassen;  auch

673.  Takelage.
Untcrsegel,  2  Marssegel,  8  Bramsegel,  4  Oberbramsegel,  6  Unterlee-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.