Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

666  Schiffbau.

man  beim  Holzschiffbau  sich  fast  ausschließlich  mit  Handarbeit  begnügen  konnte,  da  die
Bearbeitung  und  Zurichtung  der  Hölzer  mit  dem  Beil  bezw.  Dechsel  leicht  ausführbar
war,  so  mußte  man  für  die  Bearbeitung  der  Eisen-  bezw.  Stahlmaterialien,  als  Bleche,
Winkel-  und  Profileisen,  Arbeitsmaschinen  zu  Hilfe  nehmen.  Die  Herrichtung  der  einzelnen
Bauteile  bis  zum  Einbau  auf  der  Helling  erstreckt  sich  auf  das  Beschneiden  und  Behobeln
der  Bleche  und  Winkel  auf  richtiges  Längen-  und  Breitenmaß,  die  Herstellung  der  Nietlöcher, ­
  um  die  einzelnen  Schiffsteile  mittels  Nietung  zu  verbinden,  sowie  auf  die  verschiedenen ­
  Arbeitsausführungen,  um  den  Blechen  und  Winkeln  eine  der  Schiffsform
entsprechende  Krümmung  oder  Biegung  zu  geben.
Zum  Beschneiden  der  Bleche  und  Winkel  dienen  solid  gebaute  Blech-  und  Winkelscheren, ­
  zum  Behobeln  der  Blechkauten  im  besonderen  der  Außenhautplatten  besondere
Kantenhobelmaschinen,  während  die
Nietlöcher  in  den  Blechen  und  Winkeln ­
  durch  starke  Lochwerke  oder
Bohrmaschinen  hergestellt  werden.
Da  beim  Schiffbaustahl  das  Material
beim  Lochen  insofern  leidet,  als  sich
um  das  Loch  eine  Zone  von  wesentlich ­
  festerem,  aber  dafür  spröderem
Material  bildet,  so  daß  bei  größerer
Beanspruchung  die  Platten,  von  den
Rändern  der  Nietlöcher  anfangend,
reißen,  so  pflegt  man  die  Stahlbleche
mit  einem  um  3  bis  4  min  kleineren
Stempel  zu  lochen  und  nachher  auf
den  richtigen  Durchmesser  auszubohren, ­
  so  daß  hierdurch  das  im
Umfang  der  Löcher  befindliche  sprödere ­
  Material  entfernt  wird.  Bei
den  Nietlöchern  mit  versenkter  Nietung ­
  wird  das  Aufbohren  meist
unterlassen,  und  man  beschränkt  sich
darauf,  die  Versenkung  des  Loches
nach  dem  Stanzen  zu  bohren.  Hierzu ­
  dienen  besondere  Versenkbohrmaschinen. ­

Da  es  nicht  immer  möglich  ist,
alle  Nietlöcher  in  den  Platten  und
Winkeln  schon  in  der  Werkstatt  zu
lochen  bezw.  zu  bohren,  es  überdies  zum  genauen  Passen  der  Löcher  übereinander
wünschenswert  ist,  die  Löcher  erst  nach  dem  Anpassen  der  Bauteile  ans  der  Helling  herzustellen, ­
  so  hat  man  neuerdings  vielfach  transportable  elektrische  Bohrmaschinen  beim
Schiffbau  mit  gutem  Erfolg  verwandt,  im  besonderen  beim  Bohren  der  Löcher  in  Panzerdecks ­
  u.  s.  w.  Die  Bohrmaschinen  werden  teilweise  durch  Halter  oder  durch  Elektromagnete
  au  dem  Arbeitsstück  festgehalten  (Abb.  681).
Bei  den  Stahlwinkeln  wird  diese  Arbeitsweise  nicht  notwendig,  wenn  dieselbe  nach
dem  Lochen  noch  auf  Rotglut,  wie  zum  Biegen  der  Spanten  erforderlich,  gebracht  werden.
Erhalten  die  Spanten  jedoch  erst  nach  dem  Biegen  in  die  Spantform  Nietlöcher,  so
werden  dieselben  meist  gebohrt.
Eine  besondere  Sorgfalt  und  Geschicklichkeit  erfordert  die  Bearbeitung  der  Bleche
und  Winkel  im  rotwarmen  Zustande,  um  sie  in  die  mannigfachsten  gekrümmten  Formen
zu  bringen.  Hierher  gehört  vor  allem  das  Biegen  und  Schmiegen  der  Spantwinkel,
welche  von  den  Hüttenwerken  in  geraden  Stangen  mit  winkelrechten  Flanschen  bezogen
werden.  Da  der  eine  Flansch  der  Spanten,  ähnlich  wie  die  hölzernen  Spanten  beim
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.