Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

668  Eisen-  und  Stahlschiffbau.

Maschinen,  Kegelradwalzen,  durch  welche  die  aus  dem  Glühofen  herauskommenden  Winkel,
bevor  sie  auf  der  Richtplatte  gebogen  werden,  hindurchlaufen.  Die  Walzen  können  hierbei ­
  auf  einen  bestimmten  Schmiegewinkel  eingestellt  werden.  In  ähnlicher  Weise  erfolgt
das  Biegen  der  Bleche,  im  besonderen  der  Außenhautplatten  im  Hinterschiff  um  die
Wellenrohre  und  an  der  Gillung,  sowie  der  Kielplatten  in  rotglühendem  Zustande.  Die
Platten  werden  zu  diesem  Zwecke  in  besonderen  Plattenglühöfen  auf  Rotglut  erwärmt
und  in  diesem  Zustand  entweder  mit  der  Hand  durch  Poltern  mittels  Holzhämmer  in  eine
vorbereitete  Form  gestaucht  oder  mittels  hydraulischer  Presse  zwischen  gußeiserne  Versenkstücke ­
  gepreßt.  Das  Richten  und  Spannen  der  Bleche  sowie  das  Biegen  derselben  in
einfachere  gekrümmte  Formen  im  kalten  Zustande  besorgen  starke  eiserne  Blechwalzen.
Überhaupt  ist  man  neuerdings  mehr  und  mehr  bestrebt,  die  Formengebungen  der  Bleche,
wie  Börteln  der  Kanten,  Biegen  der  Kielbleche  u.  s.  w.  im  kalten  Zustande  vorzunehmen,

682.  Glühofen  und  Spantenbiltzciiplan  lNichtplotten)  mit  Schmirgrmnsthine
der  Flrnsdurger  Schiffbau-Gesellschaft.
nachdem  das  Schiffbaumaterial  an  Güte  gewonnen  hat.  Neben  dem  Biegen  und  Schmiegen
des  Spantwinkels  ist  ein  großer  Teil  der  Verbindungswinkel  für  die  einzelnen  Bauteile
warm  zu  bearbeiten,  um  sie  im  Winkel  zu  schweißen  oder  über  andere  Bauteile  zu  kröpfen.
Der  Eisen-  und  Stahlschiffbau  erfordert  daher  eine  große  Menge  von  Arbeitsmaschinen
zur  Bearbeitung  der  Materialien  im  kalten  Zustande  sowie  auch  besondere  Einrichtungen,
wie  Glühöfen,  Schmiedeessen,  um  den  Stahl  in  rotwarmem  Zustande  in  die  richtige  Form
zu  bringen  oder  in  Weißglut  schiveißen  zu  können.
Nachdem  die  einzelnen  Bauteile  in  der  Schiffbauwerkstatt  durch  die  Arbeitsmaschinen
geschnitten,  behobelt  und  mit  Nietlöchern  versehen  sind,  werden  dieselben  zur  Helling
transportiert  und  dort  zusammengebaut,  indem  sie  zunächst  provisorisch  miteinander  verbunden ­
  werden.  Sind  alle  Verbandteile  zur  Stelle,  so  erfolgt  der  endgültige  Einbau
durch  die  Nietung.  Man  verwendet  in  der  Hauptsache  zwei  Arten  von  Nieten,  versenkte
Nieten  und  Schellkopfnieten.  Erstere  finden  überall  dort  Verwendung,  wo  eine  glatte
Oberfläche  erforderlich  ist,  wie  z.  B.  bei  der  Anßenhautbeplattung,  bei  den  eisernen
Decks  u.  s.  w.  Die  Schellkopfnietung  wird  meist  für  die  inneren  Bauteile  benutzt.  Da
die  Zahl  der  für  einen  Schiffsrumpf  erforderlichen  Nieten  eine  ganz  bedeutende  ist  —  in
            
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