Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

672 Schiffbau. 
dein „Great Eastern" sind seiner Zeit zwei Millionen Nieten zur Verwendung gekommen, 
während der neueste Schnelldampfer der White Star-Linie „Oceanic" 1 700 000 Nieten 
aufzuweisen hat — so war man sehr bald darauf bedacht, die Handarbeit, welche geschulte 
und tüchtige Handwerker erfordert, durch Maschinenarbeit zu ersetzen. Und so ist auf 
allen größeren Werften eine größere Zahl von hydraulischen Nietmaschinen, namentlich 
zum Vernieten der inneren Bauteile, Spanten, Gegenspanten und Bodenwrangen, sowie 
Decksbalken in Betrieb, während neuerdings vornehmlich in Amerika auch für die Nietung 
der Außenhaut, sowie der Schotte und Decks pneumatische Nietmaschinen, welche durch 
Preßluft getrieben werden, Eingang gefunden haben. 
Der Zusammenbau des Schiffsrumpfes auf der Helling erfolgt in ähnlicher Weise 
lote beim Holzschiffbau mit dem Legen des Kieles und dem Richten der Steven. Die 
666. Linienschiff „Kaiser Friedrich Kardaroffa" auf der Werft von F. Schichau in Sanxig. 
Hinterer Teil des Bodens. 
weiteren Bauteile lassen sich jedoch nicht so getrennt und übersichtlich nacheinander ein 
bauen, da dieselben infolge ihrer Verbindung durch Nietung vollkommen ineinander über 
gehen. Auch ist eine Trennung der Verbandteile wie beim Holzschiffbau in solche, welche 
vorzugsweise zur Aufnahme der Zug-, Druck- und Schubspannungen bestimmt sind, und in 
solche, welche in der Hauptsache dem Zwecke eines wasserdichten Abschlusses dienen sollen, 
nicht erforderlich, da alle Teile gleichmäßig auf Festigkeit beansprucht und dementsprechend 
auch ausgenutzt werden. Der Längsverband der Eisenschiffe wird daher durch die Kiel 
verbindung, die Kielschweine und Längsspanten, sowie durch die Außenhaut, die Decks und 
den inneren Boden aufgenommen, während dieQuerspauten nebstBodenwrangen undBalken, 
sowie die Querschotte den Hauptquerverband darstellen. Je nachdem nun der Längsverband 
oder der Querverband mehr in den Vordergrund gestellt wird, sei es aus Gründen der 
Festigkeit, sei es mit Bezug auf die praktische und ökonomische Ausführung des Baues,
	        
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