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Die verschiedenen Teile der Schisfsmaschincn. Propeller.
Besondere Sorgfalt erfordert bei Zweischraubenschiffen der Schutz der Schiffswellen gegen
Anfressungen im Seewasser. Man versieht sie .gu diesem Zweck neuerdings mit einem
Überzug von Hartgummi.
Der Kondensator wird seit Einführung der hohen Dampfspannungen und der
Verwendung mehrfacher Expansionsmaschinen vorzugsweise als Oberflächenkondensator
ausgeführt. Ans Flußdampfern findet vereinzelt noch der Einspritzkondensator Ber
Wendung. Der Oberflächenkondensator wurde 1834 von Samuel Hall erfunden, nach
dem bereits im Jahre 1829 John Ericsson in Seraing eine Schiffsmaschine mit Ober
flächenkondensation, soivie mit einem Hochdruckkessel mit Unterwindgebläse konstruiert hatte.
Der Kondensator hat die Aufgabe, den Abdampf aus dem Niederdruckcylinder zu konden
sieren und als Wasser niederzuschlagen. Die Kondensierung erfolgt durch Kühlung des
Dampfes mittels Seewaffers, lvelches durch die sogenannte Zirkulationspumpe derart
durch den Kondensator getrieben wird, daß es von dem Dampf durch dünne, metallene
Wandungen getrennt ist. Diese Wandungen bestehen aus etwa 1 inin dicken messingenen
Rohren von 20 nun äußerem Durchmesser, welche horizontal liegend an den Enden in
bronzenen Rohrplatten gelagert und in denselben stopfbüchsenartig gedichtet sind. Das
Kühlwasser kommt von See durch das Bodenventil des Saugrohres der Zirkulations-
pnmpe, wird durch letztere durch die Rohre des Kondensators getrieben und gelangt durch
ein zweites Bodenventil wieder nach außenbord. Der Dampf kondensiert sich um die
Rohre und wird durch die Luftpumpe in den Warmwasserraum — Lnstpumpendruck-
raum — und von dort durch die Kesselspeisepumpe in den Kessel gedrückt. Die Form
der Kondensatoren richtet sich nach den Raum- und Gewichtsverhältnissen. Bei den
Hammermaschinen der Handelsmarine lvird der Kondensator mit den Chlinderständern
zusammen aus Gußeisen gefertigt, während für Kriegsschiffe derselbe meist in Walzenform
aus Bronze bezlv. Kupferblech hergestellt wird. Die Vorteile der Oberflächen- gegenüber
der Einspritzkondensation bestehen in der Hauptsache darin, daß wegen Abschluß der
Luft ein größeres Vakuum erzielt wird, und daß das kondensierte Wasser möglichst rein
von Salzen ist, so daß es ohne Schaden für den Kessel wieder verwendet werden kann.
Infolge der Dampfverluste in der Maschine wird freilich nicht alles verdampfte Wasser
wieder gewonnen, es muß daher zum Speisen der Kessel Zusatzwasser genommen werden,
lvelches neuerdings in besonderen Destillierapparaten oder Verdampfern gewonnen wird,
um jeglichen Niederschlag von Stoffen bezlv. Salzen auf den Kesselwandungen zu ver
meiden. Neben diesen Speisewassererzeugern sind Speisewasservorwärmer und Speise
wasserreiniger — Apparate verschiedenster Konstruktion — für Schiffsmaschinen fast un
entbehrlich geworden.
Die Luftpumpe, sowie die Speise-, Lenz- und Spülpumpen werden meist von der
Hauptmaschine durch Balancierantrieb bewegt, während die Zirknlationspumpe stets
als Kreiselpumpe mit eigener Antriebsmaschine versehen ist. Neuerdings läßt man die
Luft-, Lenz- und Spülpumpen durch eine besondere Maschine antreiben, während die
Speisepumpen als selbständige Dampfpumpen nach dem System von Weir oder Blake
in den einzelnen Kesselräumen aufgestellt werden.
Von besonderer Wichtigkeit für einen sicheren Maschinenbetrieb ist die Anordnung
von ausgiebigen und zum Teil selbstthätigen Schmier- und Kühlvorrichtungen, um ein
Warmlaufen der vielen Zapfen und Lager zu verhüten.
Propeller.
Die zur Zeit für Dampfschiffe gebräuchlichen Propulsionsmethoden zur Fortbelvegnng
des Schiffes beschränken sich in der Hauptsache auf Schaufelräder und Schrauben. Die
Wirksamkeit dieser Treibapparate besteht in der Hauptsache darin, daß beim Vorwärts
gang des Schiffes der von dem Propeller nach hinten geworfenen Wassermaffe eine gegen
über der Schiffsgeschwindigkeit beschleunigte Bewegung erteilt lvird, und dementsprechend
bildet die hierdurch entstehende Rückwirkung nach vorn, Reaktion, die Triebkraft des Schiffes.
Das Schaufelrad, welches anfänglich der verbreitetste Propeller auch für Ozean
dampfer war, wird jetzt fast ausschließlich nur für flachgehende Flußdampfer und auf
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