Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Marine-Artillerie: Verschluß der Geschütze. 
Der Verschluß des Hinterladerohres hat die Aufgabe, die Bohrung des Geschützes 
nach dem Einbringen der Ladung abzuschließen; derselbe muß daher einen vollkommen 
gasdichten Abschluß herstellen und derart zuverlässig und solide eingepaßt werden, daß 
er den hohen Gasdruck aushalten kann und sicher mit dem Verschlußstück verkuppelt ist. 
Der gasdichte Abschluß wird mit Hilfe von Liderungen erreicht, welche durch den Druck 
der Pulvergase zur Wirkung kommen, da ein Aufeinanderschleifen von Metall auf Metall, 
sowie ein mechanisches Anpressen des Verschlußstückes an den Seelenboden allein bei 
den hohen Gasspannungen nicht genügt. Am verbreitetsten ist die Liderung von 
de Bange in Verbindung mit dem Schraubenverschluß, sowie der Broadwell-Ring für 
den Kruppschen Rundkeilverschluß. 
Die Verschlüsse der Hinterladegeschütze gliedern sich nun in der Hauptsache in Keil- 
und Schraubenverschlüsse. 
Die Kolbenverschlüsse 
mit Preßspanliderung, 
sowie die Doppelkeilver 
schlüsse mit Kupferlide 
rung sind veraltet. 
Der von Krupp 
eingeführte und zur Zeit 
noch für alle Kaliber 
gebräuchliche Rnndkeil- 
verschluß in Verbindung 
mit dem Broadwell-Ring 
hat sich tadellos be 
währt. 
Der Schraubenver 
schluß besteht in der 
Hauptsache aus einer 
Verschlußschraube, deren 
Schraubeugewinde an 
drei Stellen auf J /, ; des 
Umfanges gleichmäßig 
verteilt, bis auf den Kern 
weggeschnitten ist, wäh 
rend das in das hintere 
Ende der Bohrung ein 
geschnittene Mutterge 
winde in gleicher Weise 784. Automatischer Verschluß uon Court sür Kchuellseurrkanonrn. 
durch glatte Einschnitte Nach „Engineering", 
unterbrochen ist, derart, 
daß die Lücken in dem Gewinde der Verschlußschraube beim Ein- und Ausbringen 
derselben in die stehen gebliebenen Gewindegänge des Rohres passen. Zum Schließen 
und Öffnen des Verschlusses genügt daher nur eine Drehung der Verschlußschraube 
um 60°. Die größere Verschlußschraube wurde anfänglich durch eine Konsole auf 
genommen und mit derselben zur Seite gedreht, später wählte man eine Verschlußthür, 
welche durch einen Riegel eine besondere Sicherung erhielt. 
Armstrong hat eine Verschlußschraube von hinten cylindrischer, vorn stark konischer 
Gestalt eingeführt, welche auf dem Cylinder und dem Konus mit je einem besonderen 
Gewinde versehen ist, die gegeneinander versetzt sind. Hierdurch kommt einesteils ein 
größerer Teil des Rohrquerschnitts in Eingriff mit dem Verschluß, anderseits wird 
die Spannung auf den ganzen Umfang der Verschlußschraube verteilt. Die Hand 
habung erfolgt allein durch Drehung eines Hebels, welcher auf einem vertikalen 
Zapfen an der Thür gelagert ist. Bei der ersten Drehung um 90° wird mittels einer 
Lenkstange und eines Gleitstückes die Verschlußschraube um 60° gedreht und gelöst, 
90*
	        
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