716 Schiffbau.
bis das Gleitstück an einen Ansatz der Thür zum Anliegen kommt. Beim weiteren
Drehen schwenkt die Lenkstange die Thür mit dem Verschluß zur Seite, bis die Seele
zum Laden frei wird.
Bei dem neuesten Canetschen Verschluß hat der Verschlußblock die Form einer
halben Scheibe, in deren Endfläche kreisförmige Rillen eingeschnitten sind. In gleicher
Weise sind die ebenen Seitenwände des Hinteren Rohrendes mit kreisförmigen Rillen
versehen, in welche das Verschlußstück eingedreht nnd gegen das Herausdrehen durch eine
in dem Handhebel befestigte Schraube verblockt wird. Zum Offnen und Schließen des
Verschlusses genügt nur eine Drehung desselben um 90° mittels des Handhebels; das
Öffnen erfolgt nach Lösen des Sperrriegels infolge des Übergewichts des Hebels sogar
selbstthätig. Bei geöffnetem Verschluß dient der Berschlußblock infolge der halbkreis
förmigen Aushöhlung zugleich als Ladeschale.
73b. Nahmrniafrtte von Armstrong mit Lmnellenbrcmsc.
a Obcrlafette, b Lafettenrahmen, o Lamellenbremse, d Lafettcnwände, e Rollen, i Laufrollen, g Bremshcbel,
h Schildzapsenlager, i Höhenrichtmaschine, k Seitenrichtmaschine.
Mit der Verbesserung der Geschützkonstruklivn und der Steigerung der Durchschlags
kraft der Geschosse nach Einführung der langen Rohre ging nun die Lafetten-
konstrnktion Hand in Hand. Die anfänglichen primitiven hölzernen Lafetten der
glatten Geschützrohre wurden mit Einführung der gezogenen Rohre durch Eisenkvnstruk-
tionen ersetzt und besondere Bremsvorrichtungen angeordnet, um den Rückstoß des
Geschützes zu mildern. Es entstanden so zuerst in England die Rahmenlafetten mit
Lamellenbremse, welche beim Rücklauf des auf der Oberlafette gelagerten Geschützes in
Thätigkeit tritt. Um dem Geschütz Seitenrichtung zu geben, wurde der Rahmen auf
Laufrädern um einen im Drempel der Geschützpforte gelagerten Pivotbolzen geschwenkt
(Schwenkrahmenlafette). Später verlegte man den Pivotbolzen in die Mitte des Rahmens,
um das Schwenken bezw. Drehen desselben zu erleichtern, und man gelaugte so
zur Mittelpivotlafettc, welche den Ausgangspunkt zu den heutigen Lafettenkvustruk-
tionen bildet.