718 Schiffbau.
anfänglich in Anlehnung an die Rahmenlafette konstruiert wurde. Die Drehung des
Turmes erfolgt mittels Zahnkranzes durch ein Rädergetriebe, welches mit der Hand oder
durch eine Dampfmaschine getrieben wird.
Die bedeutenden Gewichte der geschlossenen Panzertürme, bis zu 400 Tonnen, die
geringe Höhe des Geschützstandes, die durch die Geschützpforte beschränkte Elevation des
Geschützes, sowie die Beschränkung des Gesichtsfeldes für das Richten der Geschütze führten
in Frankreich zum Bau der Barbettetürme, oben offener Panzerwälle, über welche
die Geschütze über Bank feuern.
Bei diesen Türmen bildet die
innerhalb der Panzerwand ge
lagerte Drehscheibe den Rah
men, auf welchem meist zwei
Oberlafetten für zwei Geschütze
mit parallelen Rohrachsen auf
gestellt sind — Drehscheiben
lafette. Die Lagerung sowie
Bewegung der Drehscheibe er
folgt in ähnlicher Weise, wie
bei den geschlossenen Türmen.
Zum Schutz der Lafette und der
Bedienungsmannschaft fügte
man später Schutzhauben hin
zu, welche an der Drehscheibe
befestigt waren und welche den
Vorteil des freien. Gesichts
feldes teilweise beseitigten. Auch ergab sich ein umständlicher Munitionstranspvrt, da
durch die langen Hinterladegeschütze ein besonderer Panzerschacht für den Munitions-
transport erforderlich wurde und das Laden der Geschütze mur in der Längsachse des
Schiffes erfolgen konnte.
Das Manövrieren mit den schweren Geschützen, sowie mit den schweren geschlossenen
Panzertürmen erforderte nun stetig wachsende Kräfte, welche für einen schnellen und
sicheren Betrieb mit der Hand nicht mehr zu bewältigen waren. Es wurden hydraulische
738. Hauptspant drs Turmschiffes ,.Preußen"
mit Panrerturm nach Cotes.
Motoren zu Hilfe genommen, welche für das Nehmen der Höhen- und Seitenrichtnng des
Geschützes, für das Ein- und Ansrennen desselben in Verbindung mit der Rücklaufbremse,
zum Laden, zum Bewegen des Verschlusses, sowie für den Munitionstransport Ver
wendung fanden. Auch suchte man durch Einführung der Schlittenlafette eine minimale
Geschützpforte zu erzielen und durch den Rücklauf des Geschützes in der Feuerlinie den
Rückstoß fast ganz auf die Rücklaufsbremse zu übertragen.
Mit dem allmählichen Verschwinden der Monstregeschütze ist man auch von den
hydraulischen Geschützanlagen zurückgekommen, und neben dem Handbetrieb hat sich die