Contents: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin Respondek, 
die erhöhte Sicherheit durch eine vorsichtige Auswahl des diskontierten 
Wechselmaterials hat einmal einen niedrigen Diskont zur Folge und 
gleichzeitig eine verminderte Notenemission. Hierdurch steigt der Metall 
bestand prozentual höher als die Notenausgabe und es wird damit ein 
relativ günstiger Deckungskoeffizient erzielt. Die Zentralnotenbank 
verfügt Weiterhin mit Hilfe einer gesetzlichen Bestimmung nach ihrem 
Gutdünken über den Goldfonds. Ihre silbernen 5 Frankenstücke sind 
gesetzliches Zahlungsmittel. Hierdurch wird wohl die reine Goldwährung 
verwischt und dem französischen Geldsystem das Zeichen der „hinkenden 
Goldwährung“ aufgeprägt, aber die Notenbank ist durch die als gesetz 
liches Zahlungsmittel bestimmten Silbermünzen in der Lage, die Ein 
lösung ihrer Noten in Gold von der Zahlung einer beliebig hohen Prämie 
abhängig zu machen. 
Diese Hilfsmittel haben eine fortlaufende Steigerung und dann 
eine gesicherte Erhaltung des Goldbestandes bewirkt. Mit einem statt 
lichen Goldschatz von 4141,3 Mill. Frcs. konnte die Notenbank in diesen 
Weltkrieg eintreten. 
Weniger rasch stieg der Wechselbestand. Er zeigt nach dem An- 
nuaire statistique de la France in den letzten Jahrzehnten die folgende 
Bewegung (in Millionen Frcs.): 
Wechselbestand von 1870 bis 1913. 
Jahr 
Wechselbestand 
Durchschnittszahlen 
1870 
738,00 
1880 
758,00 
1890 
670,00 
1900 
875,00 
1910 
977,00 
I9II 
1204,00 
1912 
1333.00 
1913 
1526,00 
Die geringe Bedeutung der Notenbank für die Finanzierung des 
heimischen Handels und die verschiedenen Wirtschafts- und Gewerbe 
zweige gelangt noch schärfer zum Ausdruck, wenn die Summen der 
von den vier führenden französischen Kreditinstituten Credit Lyon 
nais, Comptoir National, Society generale, Credit Industriel diskon 
tierten Wechsel mit den obigen Ziffern in gleiche Linie gestellt werden. 
Nach den Zusammenstellungen von Sven Helander 1 ) ergibt 
sich dann das folgende Bild [s. S. 19] (in Mill. Frcs.); 
Den Bewegungen des Gold- und Wechselbestandes schloß sich 
die Notenemission an. Auch sie zeigt, wie die Wechseldiskontierung, 
keine auffallend schnelle Steigerung. Anschließend an die bereits ge- 
Siehe Helander, Sven, Das Zuriickgeheu der Bedeutung der Zentraluoten- 
bankeu (Jahrb. f. Nat. u. Statistik 1912, III. F., 44. Bd., S. 183).
	        
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