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Torpedowesen: Steuerung der Torpedos.
hierdurch das Absperrventil öffnet. Um min zu verhüten, daß die ans dem Windkessel
ausströmende Luft die Maschine voll betreibt, solange der Torpedo noch in der Luft
schwebt, und demnach die Schrauben keinen Widerstand zu überwinden haben, so daß ein
Durchgehen der Maschine zu befürchten ist, ivird der Luftzutritt durch ein Verzögerungs
ventil gedrosselt und der volle Querschnitt der Luftleitung erst freigegeben, wenn der
Torpedo sich im Wasser befindet. Dies bewirkt die Wasserschlagklappe. Die Luft tritt
nun mit vollem Druck von 90 Atmosphären in den Regulator, ein Reduzierventil,
welches die Spannung auf etwa 40 Atmosphären heruntersetzt. Zum Ausgleich von
Druckschwankungen tritt die Luft daun in einen Windkessel und von dort durch die Stopp
vorrichtung in den Schieberkasten der Maschine. Durch Flach- oder Kolbenschieber ge
langt dann die Luft hinter die Kolben, treibt dieselben nach innen und entweicht nach
dem Expandieren nach dem Kurbelraum der Maschine und von hier in die hohle
Schraubenwelle nach hinten aus dem Torpedo heraus. Die entweichende Luft wirkt auf
759. Schwanzstück eines Mhitehrad-Torprdos mit Schrauben und Karizontatruder.
Nach »Engineering".
a Schrauben, b Horizontalruder, c Stoppvvrrtchtung.
diese Weise durch Reaktion mit auf Vorwärtsbewegung des Torpedos. Die Stopp
vorrichtung bringt die Maschine nach beliebig einzustellender Laufentfernung zum Still
stand und setzt dann bei scharf geladenen Torpedos die Sinkvorrichtung in Thätigkeit, ein
Ventil zum Tunnelstück, damit der Torpedo, wenn er das Ziel verfehlt hat, auf den
Grund geht. Bei Übungstorpedos bethätigt die Stoppvorrichtung das Horizontalrudcr
und läßt den Torpedo aufschwimmen.
Die Maschine betreibt zwei zweiflügelige Schrauben, welche mit entgegengesetzter
Drehvorrichtung umlaufen, um eine Ablenkung des Torpedos durch die Wirkung der
Schrauben aufzuheben. Die hintere linksgängige Schraube ist zu diesem Zweck fest auf
der Hauptwelle befestigt, während die vordere rechtsgängige Schraube auf einer hohlen
Welle sitzt, durch welche die Hauptwelle hindurchgeht und welche mittels konischer Räder
von dieser angetrieben wird. Die neueren Torpedos erreichen bei einer Länge von 5 m
und einem größten Durchmesser von 0,4b rn ein Gewicht bis zu 600 kg und führen im
Kopf eine Sprengladung bis zu 100 leg Schießbaumwolle. Sie haben eine Geschwindig
keit bis zu 30 Knoten bei einer Lanflänge von 1000 in erreicht.
Während bis vor einigen Jahren die Seitenablenkungen des Torpedos durch festes
Einstellen von kleinen Vertikalrndern ausgeglichen wurden, ist im Jahre 1897 von dem
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