740
Schiffbau.
Lancierrohres kann das Lancieren des Torpedos erst dann erfolgen, wenn der Schleusenschieber
wieder geöffnet ist, was durch eine besondere Verblockung mit der Abzugstange
sichergestellt ist.
Zur Erzeugung der komprimierten Luft zum Auffüllen der Torpedoluftkessel, zum
Lancieren derselben sowie zum Treiben sonstiger Hilfsmaschinen für die Torpedowaffe
dienen besondere Luftkompressionspumpen mit Wasserkühlung nach dem System von
Brotherhood und Whitehead. Die aus gezogenen Mannesmannrohren bestehenden Luftsammler
bilden gewissermaßen einen Akkumulator, um den Luftdruck zu verteilen. Das
Einstellen der Über- und Unterwasserrohre in die Ziellinie erfolgt meist von besonderen
Torpedozielstellen mittels der Torpedozielapparate. Dieselben stellen beim Zielen auf das
feindliche Schiff die Mittellinie
des Lancierrohres ein,
R unter Berücksichtigung der
—j§l Geschwindigkeit und Fahrtrichtung
des feindlichen
Schiffes und der Geschwindigkeit
des Torpedos.
Während nun der
Torpedo für die Schlachtschiffe
schweren und leichten
Kalibers nur eine
Gelegenheitswaffe im Nahkampf
ist und im Mclee
des Gefechts, im richtigen
Augenblick gegen das
feindliche Schiff lanciert,
seine verderbenbringende
Wirkung äußern kann,
ist er bei den Torpedobooten
in Verbindung
mit der Torpedobootstaktik
zu einerselbständigen Waffe
geworden. Als Vater der
heutigen Torpedoboote
kann ohne Zweifel der englische
Ingenieur Thornycroft
hingestellt werden, welcher zuerst den Beweis lieferte, daß sich auch mit kleinen
Dampfbooten eine hohe Geschwindigkeit erreichen lasse. Die von ihm im Jahre 1873
erbaute „Miranda" lief bei einem Deplacement von 16 i die außerordentliche Geschwindigkeit
von 16 Seemeilen die Stunde. Dieser Erfolg führte zum Bau der ersten
Torpedoboote, welche mit Whithead-Torpedos ausgerüstet wurden mit einer hohen
76». Torpedozirlapparat. Nach „Engineering".