Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Straßenmotoren:  Dampfwagen.  69
Rinnen  durch  die  Verringerung  des  Zugwiderstandes  außerordentlich  überlegen  sind.  Die
ersten  Versuche  mit  derartigen  Straßengeleisen  sind  in  Deutschland  von  dem  Baurat
Gravenhorst  in  der  Provinz  Hannover  angestellt  worden,  woselbst  im  Jahre  1894
zwischen  Stade  und  Hollern  die  erste  Geleisstraße  hergestellt  wurde.
Die  Abb.  36  u.  37  veranschaulichen  die  Anordnung  eines  solchen  in  einer  Landstraße ­
  verlegten  Straßengeleises.
Hinsichtlich  der  Unterhaltung  der  Landstraßen  unterscheidet  man  das  Decksystem
und  das  Flicksystem.  Bei  ersterem  erfolgt  die  Befestigung  des  Kleingeschläges  mittels  der
Dampfwalze,  bei  der  letzteren  Unterhaltungsweise  wird  die  Befestigung  des  Einbettungsmaterials ­
  dem  über
dasselbe  hinweggehenden ­
  Verkehr  überlassen.
Das  erstere  System  verdient ­
  den  Vorzug,  da
hierbei  die  Beanspruchung ­
  der  Zugtiere
und  der  Fuhrwerke  eine
viel  geringere  ist.
Was  die  sonstigen  SS.  Cugnots  Dompfwagen,  1769.
Arbeiten  zur  Herstellung ­
  von  Straßen  anbetrifft,  so  kommt  von  diesen  in  erster  Linie  das  Tracieren
derselben  in  Betracht.  Man  versteht  hierunter  die  Festlegung  der  Straßen  sowohl'  in
Bezug  ans  ihre  Richtung  wie  auf  ihre  Höhenlage  unter  Berücksichtigung  der  natürlichen
Gestaltung  des  Geländes.  Während  diese  Arbeit  in  einem  flachen  Gelände  eine  verhältnismäßig ­
  wenig  Mühe  erfordernde  ist,  bedingt  sie  in  gebirgigen  Gegenden  nicht  nur
eine  große  Übung  und  Erfahrung,  sondern  auch  einen  großen  Zeitaufwand.  Die  Straße
muß,  um  die  Erd-  und  Felsarbeiten  auf  das  geringste  Maß  einzuschränken,  möglichst  dem
Gelände  angepaßt,  und  sie  muß  anderseits  so  geführt  tverden,  daß  ihr  Gefälle  nicht  das
zulässige  Maß  überschreitet,  da
sonst  die  Zugtiere  zu  sehr  angestrengt ­
  werden.  Dieselben
Punkte,  welche  bei  dem  Straßenbau ­
  zu  beachten  sind,  müssen
auch  bei  dem  Eisenbahnbau  berücksichtigt ­
  werden.  Um  Wiederholungen ­
  zu  vermeiden,  wird
daher  auf  das  Kapitel  „Eisenbahnen" ­
  verwiesen.
Straßenmotoren  (Automobilen). ­

Seit  langer  Zeit  ist  man
bestrebt,  die  Benutzung  der
Landstraßen  durch  Krastma-  gg,  Trrvithiks  Londoner  Ktrastenlokomotior,  1808.
fchinen  zu  ermöglichen,  ohne
besondere  Geleise  in  dieselben  betten  zu  müssen.  Diese  Bestrebungen  lassen  sich  bis  in
die  Kindheit  der  Dampfmaschine  zurückverfolgen.  So  hegte  bereits  Savery  die  Ansicht,
daß  die  Dampfkraft  zur  Bewegung  von  Wagen  müsse  ausgenutzt  werden  können.  Derselben ­
  Ansicht  war  vr.  Robison,  dem  James  Watt  mancherlei  Anregungen  zu  danken
hat.  In  Frankreich  baute  Cugnot  eine  solche  Maschine,  die  1769  die  Gassen  von  Paris
durchfuhr  und  welche  Abb.  38  veranschaulicht.  Diese  Maschine  war  so  mangelhaft,  daß
sie  nur  15  Minuten  lang  arbeiten  konnte.  Trotz  der  vorgenommenen  Verbesserungen
blieb  die  Benutzung  der  Maschine  so  gefährlich,  daß  sie  in  den  Straßen  nicht  verwandt
werden  konnte.  Die  Ingenieure  Symington  und  Watt  arbeiteten,  jedoch  vergeblich.
            
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