Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

778 
Posten und Postwesen. 
nehmern dieser Anstalten herrscht große Konkurrenz, so daß sie oft ihre Leute aussenden, 
um Sendungen einzusammeln. Außerdem befaßte sich die Zollverwaltung mit der Be 
sorgung von Briefsendungen zwischen verschiedenen Hafenstädten und nach Peking. Ferner 
haben fremde Staaten, welche zu China vorzugsweise in Verkehrsbeziehungen stehen, an 
einzelnen Plätzen eigene Postämter errichtet, die hauptsächlich den Verkehr mit dem Aus- 
lande unterhalten. So gibt es deutsche Postanstalten in Shanghai, Tientsin und Tsingtau, 
britische in Hongkong, Shanghai, Hankow, Ningpo, Foochow, Amoy, Kanton und Hochow, 
russische in Shanghai, Hankow, Tschifn, Tientsin, Peking, Urga und Kalgan, japanische 
in Shanghai und Chefoo, französische in Shanghai und Tientsin und eine amerikanische 
in Shanghai. 
785. Eilfahrt durch die Müste Godi. 
Die Mangelhaftigkeit der postalischen Einrichtungen für den Privatverkehr hat die 
chinesische Regierung endlich bewogen, die Vermittelung dieses Verkehrs selbst in die 
Hände zu nehmen. Sie will damit indes nur allmählich vorgehen und die Privatanstalten 
einstweilen noch fortbestehen lassen. Zunächst sind die Zollpostämter in den Vertragshäfen 
Anfang Februar l897 in Reichspostämter umgewandelt, deren Leitung vorläufig noch 
den Zollkommissarien verblieb. Die unbefugte Beförderung von Briefen ist nunmehr 
bei Strafe untersagt. Das Porto für den einfachen 1 / i Unze (etwa 7 g) schweren Brief 
beträgt 2 Cents (8 3 / 4 Pfg.). Auf die weitere Entwickelung der neuen chinesischen Reichs 
post darf man gespannt sein. Wir wollen wünschen, daß sie bald die Bevölkerung des 
Himmlischen Reichs in den Genuß aller der Vorteile und Annehmlichkeiten setzen werde, 
welche ein wohlgeordnetes Postinstitut der Allgemeinheit zu bieten imstande ist. 
Weiter vorgeschritten ist das Postwesen in Japan, wo alle Straßenentfernnngen des 
Reiches nach der großen Brücke in Jedo gerechnet werden. Die kaiserlichen Kuriere, 
deren immer zwei gemeinschaftlich reisten, führten Glöckchen mit sich, damit jeder, auch 
der höchste Beamte, ihnen ausweiche; sie trugen die Briefe in kleinen Kisten aus schwarzem
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.