Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Posten  und  Postwesen.

nehmern  dieser  Anstalten  herrscht  große  Konkurrenz,  so  daß  sie  oft  ihre  Leute  aussenden,
um  Sendungen  einzusammeln.  Außerdem  befaßte  sich  die  Zollverwaltung  mit  der  Besorgung ­
  von  Briefsendungen  zwischen  verschiedenen  Hafenstädten  und  nach  Peking.  Ferner
haben  fremde  Staaten,  welche  zu  China  vorzugsweise  in  Verkehrsbeziehungen  stehen,  an
einzelnen  Plätzen  eigene  Postämter  errichtet,  die  hauptsächlich  den  Verkehr  mit  dem  Auslande
  unterhalten.  So  gibt  es  deutsche  Postanstalten  in  Shanghai,  Tientsin  und  Tsingtau,
britische  in  Hongkong,  Shanghai,  Hankow,  Ningpo,  Foochow,  Amoy,  Kanton  und  Hochow,
russische  in  Shanghai,  Hankow,  Tschifn,  Tientsin,  Peking,  Urga  und  Kalgan,  japanische
in  Shanghai  und  Chefoo,  französische  in  Shanghai  und  Tientsin  und  eine  amerikanische
in  Shanghai.

785.  Eilfahrt  durch  die  Müste  Godi.

Die  Mangelhaftigkeit  der  postalischen  Einrichtungen  für  den  Privatverkehr  hat  die
chinesische  Regierung  endlich  bewogen,  die  Vermittelung  dieses  Verkehrs  selbst  in  die
Hände  zu  nehmen.  Sie  will  damit  indes  nur  allmählich  vorgehen  und  die  Privatanstalten
einstweilen  noch  fortbestehen  lassen.  Zunächst  sind  die  Zollpostämter  in  den  Vertragshäfen
Anfang  Februar  l897  in  Reichspostämter  umgewandelt,  deren  Leitung  vorläufig  noch
den  Zollkommissarien  verblieb.  Die  unbefugte  Beförderung  von  Briefen  ist  nunmehr
bei  Strafe  untersagt.  Das  Porto  für  den  einfachen  1 / i  Unze  (etwa  7  g)  schweren  Brief
beträgt  2  Cents  (8 3 / 4  Pfg.).  Auf  die  weitere  Entwickelung  der  neuen  chinesischen  Reichspost ­
  darf  man  gespannt  sein.  Wir  wollen  wünschen,  daß  sie  bald  die  Bevölkerung  des
Himmlischen  Reichs  in  den  Genuß  aller  der  Vorteile  und  Annehmlichkeiten  setzen  werde,
welche  ein  wohlgeordnetes  Postinstitut  der  Allgemeinheit  zu  bieten  imstande  ist.
Weiter  vorgeschritten  ist  das  Postwesen  in  Japan,  wo  alle  Straßenentfernnngen  des
Reiches  nach  der  großen  Brücke  in  Jedo  gerechnet  werden.  Die  kaiserlichen  Kuriere,
deren  immer  zwei  gemeinschaftlich  reisten,  führten  Glöckchen  mit  sich,  damit  jeder,  auch
der  höchste  Beamte,  ihnen  ausweiche;  sie  trugen  die  Briefe  in  kleinen  Kisten  aus  schwarzem
            
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