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Postverkehr in Amerika.
und nicht immer ungefährlich, da Raubanfälle auf die Posten nicht zu den Seltenheiten
gehören. Mexiko hatte 1897 im ganzen 1663 Postanstalten, bei denen etwa 113 Millionen
Briefpostgegenstände zur Versendung gelangten.
Guatemala besaß 1894: 176 Postanstalten mit einem Verkehr von 5 Millionen
Briefpostsendungen.
In der Republik Kolumbien kamen 1893 im ganzen etwa 2 1 / 2 Millionen Post
gegenstände zur Versendung. Der Postverkehr ist hiernach noch wenig entwickelt, und die
postalischen Einrichtungen lassen viel zu wünschen übrig.
Von Peru erzählt uns Alexander von Humboldt, es habe dort schwimmende Post
boten gegeben, welche ein um den Kopf geschlungenes Tuch als Briefbehälter benutzten
791. Schwicrigrr postverkehr zwischen Urracrnz und Mrriko.
und die beim Schwimmen einen leichten Tragbalken mit sich führten, um unterwegs nicht
leicht zu ermüden. Sind auch die Zeiten einer solchen Postbeförderung vorüber, so liegen
doch die Transportverhältnisse dort bei der gebirgigen Natur des Landes noch heute
recht ungünstig, so daß selbst bedeutendere Orte selten mehr als einmal wöchentlich Post
verbindung haben. Im Jahre 1897 zählte Peru 339 Postanstalten, duAh welche zwölf
Millionen Briefsendungen expediert wurden.
Ungleich besser sind die Postverkehrsverhältnisse in Chile, wo im Jahre 1897 von
670 Postanstalten 58 Millionen Postsendungen befördert wurden. In diesem Lande
besteht die eigentümliche Einrichtung, daß die Postanstalten sich mit dem Vertriebe von
Büchern befassen, wofür sie eine Kommissionsgebühr von 15 Prozent des Erlöses be
rechnen. Sehr schwierig gestaltet sich der Postbeförderuugsdienst in den ausgedehnten
Länderstrecken des Kaiserreichs Brasilien. Im Inneren des Landes erfolgt der Trans-