Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Dover-Bay  bezw.  Halifax  und  Causa  auf  Neuschottland  und  Valentin  bezw.  Waterville
und  Ballinskelligs-Bay  in  Irland  sowie  Sennen  Cove  in  England  und  Brest  in  Frankreich, ­
  ferner  die  kombinierte  Linie  durch  England,  über  Glasgow  durch  die  Nordsee,
durch  Jütland,  die  Ostsee  bis  Riga,  endlich  die  russisch-sibirische  Strecke,  welche,  über
Wilna,  St.  Petersburg  und  Moskau  führend,  die  Stationen  Nishnij-Nowgorod,  Kasan,
Perm,  Katharinenburg,  Omsk,  Tomsk,  Krasnojarsk,  Irkutsk,  Kiachta,  Tschita,  Nertschinsk
und  Blagowjeschtschensk  berührt,  bis  sie  in  einem  südlichen  Bogen  Nikolajewsk  erreicht.  Hier
fehlt  nur  noch  zum  Anschluß  ein  Kabel  durch  den  Großen  Ozean,  welches,  die  Lücke  von
100  Breitengraden  ausfüllend,  den  vollständigen  Ring  um  die  Erde  schließen  würde.  Doch
hat  der  menschliche  Unternehmungsgeist  auch  die  Ausführung  dieses  Planes  bereits  in  Aussicht ­
  genommen,  insbesondere  hat  der  Amerikaner  Field  unter  anderen  Entwürfen  eine  telegraphische ­
  Verbindung  über  die  Sandwichinseln  mit  San  Francisco  in  Vorschlag  gebracht.
Eine  zweite  durchgehende  Linie  dehnt  sich  vom  nordwestlichen  Europa  (von  London
aus)  in  südöstlicher  Richtung  bis  nach  dem  Süden  Asiens  und  weiterhin  bis  nach
Australien.  Diese  telegraphische  Verbindung  durchzieht  zunächst  in  Europa  Deutschland
(Berlin),  Österreich  (Wien,  Pest),  Bulgarien  (Rustschuk)  und  die  Türkei  (Konstantinopel),
läuft  dann  durch  Kleinasien,  berührt  ferner  Bagdad  und  Bassora,  führt  von  Abuschir  am
Persischen  Golf  entlang  der  Küste  des  Persischen  Meeres;  sie  taucht  in  den  Persischen
Meerbusen,  landet  bei  Gwaddar  an  der  Südküste  Belutschistans  und  geht  von  hier  über
Land  nach  Karatschi,  dann  nach  Bombay,  weiterhin  durch  den  südlichen  Teil  Vorderindiens ­
  nach  Madras;  hierauf  kreuzt  sie  den  Busen  von  Bengalen  und  zieht  sich  durch
die  Südspitze  Hinterindiens  bis  nach  Singapur,  um  von  hier  aus  über  Batavia  durch  den
Indischen  Ozean  Port  Darwin  an  der  Nordküste  Australiens  zu  erreichen  und  zuletzt
noch  diesen  Erdteil  von  Norden  nach  Süden  zu  durchziehen.  In  Singapur  trifft  sie  mit
der  von  Nordosten  (aus  Tokio  in  Japan)  kommenden  Linie  zusammen,  welche  über
Nagasaki,  Schanghai,  Hongkong,  Saigun  sich  erstreckt.  In  Abuschir  hatte  sie  sich  bereits
mit  einer  Parallellinie  vereinigt,  welche  von  Berlin  über  Warschau,  Odessa,  durch  das
Schwarze  Meer,  ferner  über  Tiflis,  Teheran  und  Jspahan  in  Persien  sich  hinzieht.
Außerdem  bildet  Bombay  noch  einen  Knotenpunkt,  welcher  die  aus  dem  Mittelmeer  über
Malta  kommende  Verbindung  aufnimmt,  die  über  Suez  durch  das  Rote  Meer  führt,  um
das  Kap  Aden  biegt  und  den  Indischen  Ozean  durchläuft.
Die  hier  genannten  einzelnen  Teile  der  großen  Verbindung  von  dem  Nordwesten
nach  dem  Südosten  befinden  sich  hauptsächlich  im  Besitze  mehrerer  Gesellschaften,  welche
ihren  Hauptsitz  in  London  haben.  Von  diesen  Kompanien  errichtete  zunächst  die  Anglo
Mediterranean  Telegraph  Company  um  1869  eine  eigene  für  den  indischen  Depeschenverkehr ­
  bestimmte  Landlinie  durch  Italien  und  Sizilien  und  schlug  von  dort  eine  Brücke
durch  das  Mittelmeer  nach  Malta,  Tripolis  und  an  der  afrikanischen  Küste  nach  Ägypten,
wohin  man  auch  bald  darauf  ein  Kabel  von  Brindisi  legte.  Auf  anderem  Wege  steuerte
die  Kalmouth  Gibraltar  and  Malta  Telegraph  Company  auf  das  Ziel,  indem  sie  das
schon  oben  erwähnte  Kabel  von  Falmonth  aus  über  Lissabon  und  Gibraltar  nach  Malta
zustande  brachte,  an  welches  sich  hier  die  Leitungen  der  erstgenannten  Gesellschaft  anschließen. ­
  Von  Ägypten  aus  führen  dann  die  von  der  British  Indian  submarine
Telegraph  Company  verlegten  Kabel  (Suez-Aden  und  Aden-Bombay)  direkt  nach  Indien.
Dem  Unternehmungsgeist  dieser  drei  bedeutenden  Gesellschaften,  welche  sich  zu  einer
einzigen  Kompanie  vereinigt  haben,  dankt  England  eine  telegraphische  Verbindung  mit
seinen  indischen  Besitzungen,  welche  das  langersehnte  Ziel  möglichster  Unabhängigkeit  nahezu
vollständig  erreicht  hat.  Die  weitere  Fortführung  des  Telegraphen  von  Indien  aus,
dessen  internes  Telegraphennetz  unter  landesherrlicher  Verwaltung  steht,  nach  China  und
Australien  ist  einerseits  durch  die  British-Indian  Extension  Company,  anderseits  durch
die  British-Australian  Company  ins  Werk  gesetzt  worden.
Als  eine  der  schwierigsten  Leistungen  in  der  Vervollständigung  dieses  großen  Telegraphennetzes ­
  ist  jedenfalls  die  Leitung  durch  das  noch  so  gut  wie  unbekannte  Innere
Australiens  hervorzuheben,  welche  in  ähnlicher  Weise  wie  die  vormals  durch  die  ganze
Breite  Nordamerikas  gespannte  Linie  eine  der  merkwürdigsten  Unternehmungen  unserer
            
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