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Die deutsche Reichstelegraphie.
im Verkehr mit Großbritannien und Irland 15 Pfennig, mit Frankreich 12 Pfennig,
mit Italien 15 Pfennig, mit Norwegen 15 Pfennig, mit dem europäischen und kau
kasischen Rußland 20 Pfennig, mit dem asiatischen Rußland erste Region 75 Pfennig,
zweite Region 1 Mark u. s. w. Auf den internationalen Telegraphenkonferenzen in
Paris 1890 und in Budapest 1896 sind grundsätzliche Änderungen in Bezug auf die
Tarife nicht zu erlangen gewesen.
Dem internationalen Telegraphenvertrage gehören gegenwärtig folgende Staaten
an: Deutschland, Argentinische Republick, Australien, Österreich-Ungarn, Belgien, Bosnien
und Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Kap der Guten Hoffnung, Kochinchina, Däne
mark, Ägypten, Spanien, Spanische Kolonien, Frankreich mit Algier, Großbritannien
nebst Gibraltar und Malta, Griechenland, Britisch-Jndien, Italien, Japan, Luxemburg.
Montenegro, Natal, Nicaragua, Norwegen, Niederland und Niederländisch-Jndien, Por
tugal, Portugisische Kolonien, Peru, Persien, Rumänien, Rußland, Senegal, Serbien,
Siam, Schweden, Schweiz, Tunis, die Türkei. Von Kabelgesellschasten sind dem Ver
trage beigetreten, zum Teil nur für einzelne Linien: Eastern Telegraph Company, Direct
Spanish Telegraph Company, Black Sea Telegraph Company, Indo-European Tele
graph Company, West-India and Panama Telegraph Company, The Commercial Cable
Company, Det Stone Nordiske Telegraph Selskab (Grande Compagnie des tdlegraphes
du Nord), "West African Telegraph Company, Compagnie franpaise des cäbles tele-
graphiques, Compagnie Tdlegraphique et Telephonique de la Plata, South American
Cable Company, Halifax and Bermudas Cable Company. Die übrigen Privat-Tele-
graphengesellschaften bringen die Bestimmungen des internationalen Telegraphenvertrages
teils vollständig, teils im wesentlichen zur Anwendung.
Das deutsche Reichspost- und Telegraphengebiet umfaßt 445 275,86 qkm (aus
schließlich 4343,81 qkm Wasserfläche), und am 2. Dezember 1895 hatte dasselbe
44 380 206 Einwohner, oder 100 Einwohner auf den qkm. In demselben bestanden
zur Zeit der Vereinigung der Telegraphenverwaltnng mit der Postverwaltnng 1688,
am Ende des Jahres 1898 19 605 Telegraphenanstalten, deren Zahl inzwischen noch
beträchtlich vermehrt worden ist. Das Personal derselben ist zum Teil identisch mit dem
der Postanstalten. Das Gesamtpersonal beider Anstalten zählte Ende 1876 60 330 Per
sonen, 1898 173 976 Beamte, Unterbeamte, Posthalter und Postillone. Ausschließlich im
Telegraphendienst beschäftigt wurden 1876 3599 Personen gegen 12 565 im Jahre 1898.
Die Zahl der im Betriebe befindlichen Apparate betrug 1876 5288, 1898 27 328. Von
letzteren waren 12 254 nach dem System Morse, 552 nach dem System Hughes, Klopfer
apparate 1122, nach dem Fernsprechsystem 13 174, 226 nach anderen Systemen. Die
Zahl der Isolatoren betrug Ende 1876 2 201 504, 1896 6 167 400, die der auf
gestellten Telegraphenstangen 1876 618 456, 1896 1 711 956. Ende 1876 hatte das
Telegraphennetz 38 790 km Linien und 142 883 km Drahtleitungen, 1898 148 159 km
Linien und 819 051 km Drahtleitungen. Hierzu sind noch zu rechnen die Land
telegraphen in den deutschen Schutzgebieten (Deutschafrika: Bagamoio-Tanga, Dar-es-
Salaarn-Mohorro-Kilwa; Togogebiet: Klein-Popo-Lome-Grenze Gvldknste) mit 757 km
Linien und 761 km Leitung.
In den Jahren 1877 bis 1881 sind sämtliche wichtigere Orte des Deutschen
Reiches durch unterirdische Telegraphenkabel, von denen jedes in der Regel sieben Draht
leitungen enthält, verbunden worden. Die Gesamtlänge der unterirdischen Kabellinien
des Reichstelegraphengebietes im Jahre 1898 betrug 5961 km, die Gesamtlänge der
Kabelleitungen 40 329 km. Dieselben verbinden die nachstehend bezeichneten Orte unter
einander:
1. Berlin-Halle-Kassel-Frankfnrt (Main).
2. Halle(Saale)-Leipzig.
3. Berlin-Hamburg.
4. Hamburg-Kiel.
5. Frankfurt(Main)-Straßbnrg (Elsaß).
6. Berlm-Magdeburg-Hamm-Köln.
7. Barmen-Köln.
8. Hamburg-Kuxhaven.
9. Hamüurg-Bremen-Oldenbnrg-Emden.
10. Bremen-Bremerhaven.
11. Sande-Wilhelmshaven.
12. Killn-Koblenz-Trier-Mctz.
13. Kölm Mainz.
14. Metz-Strafiburg.
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