Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Das Fernsprechwesen in Amerika, England, Frankreich und Deutschland. 
In Frankreich bildeten sich im Jahre 1879 drei Gesellschaften, welche zunächst in 
Paris öffentliche Fernsprechanlagen einrichteten, aber sich bald zu einer Gesellschaft unter 
dem Namen Looißts generale des Telephones vereinigten und ihre Thätigkeit über ganz 
Frankreich ausbreiteten. Seit dem Jahre 1883 ist auch die staatliche Telegraphenverwal 
tung mit der Herstellung von Stadtfernsprecheinrichtungen vorgegangen. Die bedeutendsten 
Stadtfernsprechanlagen sind nach dem Stande von 1895 folgende: 
Städte 
Zahl der 
Teil 
nehmer 
Zahl der 
Einwohner 
Ein Teil 
nehmer 
kommt auf 
Einwohner 
Städte 
Zahl der 
Teil 
nehmer 
Zahl der 
Einwohner 
Ein Teil 
nehmer 
kommt auf 
Einwohner 
Paris Stadt. . 
12 500 
2 537 000 
203 
Marseille . . 
r 1000 
442 000 
442 
„ Vororte . 
1500 
Le Havre . . 
1000 
119 000 
119 
Lyon .... 
I 200 
466 000 
388 
Rouen . . . 
600 
113 000 
190 
Bordeaux. . . 
1200 
257 000 
214 
u. s. w. 
In Deutschland machte die Reichstelegraphenverwaltung unterm 14. Juni 1880 ihre 
Absicht, in Berlin eine Stadtfernsprecheinrichtung ins Leben zu rufen, öffentlich bekannt, 
und das Unternehmen fand in kaufmännischen und industriellen Kreisen des Publikums 
sogleich ausreichende Unterstützung. Fast gleichzeitig mit der Ausführung der Anlage in 
Berlin wurden auch in Mülhausen (Elsaß) und in Hamburg die Arbeiten zur Herstellung 
von Stadtfernsprecheinrichtungen in Angriff genommen. Die erste derartige Anlage wurde 
am 24. Januar 1881 in Mülhausen dem öffentlichen Verkehr übergeben, am 1. April 
folgte die Inbetriebsetzung der Anlage in Berlin und am 16. April diejenige in Hamburg. 
Unter der unermüdlichen Thätigkeit der Reichstelegraphenverwaltung ist die Entwickelung 
des Stadtfernsprechens mit schnellen Schritten vorangegangen, so daß nach dem Stande 
von Ende Dezember 1899 bereits in 1014 Orten Stadtfernsprecheinrichtungen mit 194 692 
Sprechstellen und 312 059 hin Leitungen im Betriebe sich befunden haben. Die Zahl 
der Sprechstellen betrug zu dem gedachten Zeitpunkte in 
Berlin 
Hamburg. . . . 
Dresden . . . . 
Frankfurt (Main) . 
Leipzig . . . . 
Köln > Rhein) . . 
Breslau . . . . 
Hannover. . . . 
Magdeburg . . . 
Düsseldorf . . . 
Stettin . . . . 
Bremen . . . . 
Chemnitz . . . . 
Mannheim . . . 
Aachen . . . . 
Charlottenburg . . . 
42 438 
16 837 
7 649 
7 015 
6 885 
6 047 
4 840 
3 529 
2 868 
2 638 
2 402 
2 380 
2 356 
1998 
1 744 
1716 
Elberfeld 
Altona 
Halle 
Königsberg Pr 
Kassel 
Braunschweig 
Krefeld 
Barmen 
Mainz 
Dortmund 
Straßburg Elf 
Kiel 
Essen (Ruhr) 
Lübeck 
u. s. w. 
1 677 
1610 
1 533 
1462 
1422 
1354 
l 244 
1 236 
1200 
1 162 
1067 
1056 
993 
839 
Das Fernsprechnetz in Berlin hat neun Vermittelungsanstalten, dasjenige in Hamburg 
fünf, Leipzig und Dresden haben je zwei, die übrigen je eine Vermittelungsanstalt. Im 
Laufe des Jahres 1899 sind 573 583 551 oder täglich 1840223 Verbindungen her 
gestellt worden. Hierzu waren 6043 Beamte erforderlich. Ferner entfielen durchschnittlich 
täglich 9,4 Verbindungen auf den Tag und die Sprechstelle. Die Jahresvergütung für 
die Überlassung einer Sprechstelle betrug bis zum 1. April 1900 in allen Städten gleich 
viel, nämlich 150 Mark. Von diesem Zeitpunkt ab wird die Gebühr in den einzelnen 
Orten nach der Zahl der Teilnehmer bemessen. In Orten 
bis zu 50 Teilnehmern werden erhoben jährlich 80 Mark 
„ „ 100 
„ 100 
„ „ 200 
n 
ff 
„ 120 
„ 
„ „ 500 
n 
„ 140 
„ 1000 
„ 
If 
„ 150 
„ „ 5 000 
n 
„ 160 
„ „ 20000 
n 
ft 
„ 170 
„ 
bei mehr als 20 000 
„ 
„ 
„ 
„ 180 
„
	        
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