Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Tie  Eisenbahnen.

In  Bezug  auf  Gesamtlänge  nimmt  sonach  Amerika  die  erste,  Afrika  die  letzte
Stelle  ein.  Ersteres  Land  besitzt  mehr  als  die  Hälfte  aller  Eisenbahnen.
Das  Bild  ändert  sich  aber,  sobald  die  Flächenausdehnung  der  einzelnen  Erdteile
zu  Grunde  gelegt  wird.  Europa  tritt  dann  an  die  Spitze,  was  bei  seiner  älteren  und
höheren  Kulturstufe  auch  ganz  natürlich  ist.  Seine  Bahnen,  insbesondere  die  von
Deutschland,  England,  Frankreich  und  Belgien,  übertreffen  aber  diejenigen  der  anderen
Erdteile  nicht  nur  durch  das  enger  gewebte  Gleisnetz,  sondern  auch  durch  höhere  Leistungsfähigkeit, ­
  hervorgerufen  durch  reicheren  Ausbau  der  Linien  mit  zwei,  drei  und  selbst
vier  Gleisen,  sowie  durch  größere  Zahl  und  Schnelligkeit  der  Züge;  ferner  durch  bessere
Sicherheitsvorkehruugeu  und  bequemere  Reiseeinrichtungen.  Nur  im  Osten  der  Vereinigten ­
  Staaten  zeigt  Amerika  eine  gleich  hohe  Entwickelung  des  Eisenbahnwesens,  das
sogar  in  jüngster  Zeit  vorbildlich  für  manche  Neuerungen  auf  europäischen  Bahnen
gewesen  ist.
Nachstehende  Übersicht  veranschaulicht  für  sämtliche  Eisenbahnländer  der  einzelnen
Erdteile  die  Verteilung  des  Bahnnetzes,  und  zwar  bezogen  einmal  auf  je  100  güin  Bodenfläche ­
  und  sodann  auch  auf  je  10  000  Einwohner.

Übersicht  des  Eisenbahnnetzes  der  Erde
zu  Anfang  des  Jahres  1898  und  das  Verhältnis  der  Eiscnbahnlänge  zur  Flächengröße  und
Bevölkerungszahl  der  einzelnen  Länder.

I.  Europa.

Länder:'  Berriebslänge  der  Eisenbahnen

Name

Flächenqröbe

BcvölkerungSzahl

insgesamt

au
100  qkm

i«
10  000  Einwohner ­


Deutschland

540  700

52  280  000

48116

8,9

9,2

Österreich-Ungarn  ....

676  600

44  906  000

33  668

5,0

7,4

England

616  800

40  390  000

34  445

10,9

8,5

Frankreich

536  400

38  269  000

41  342

7,8

10,8

Rußland

5  390  000

106  234  000

40  262

0,7

3,8

Italien

286  600

31  479  000

15  643

5,5

5,0

Belgien

29  500

6  587  000

5  904

20,0

9,1

Holland  und  Luxemburg

35  600

5  222  000

3129

8,8

6,1

Schweiz

41  400

3  030  000

3  646

8,8

12,0

Spanien

514  000

18  280  000

12  916

2,5

7,1

Portugal

92  100

5  102  000

2  358

2,5

4,6

Dänemark

38  300

2  300  000

2  543

6,5

11,1

Norwegen

322  300

2  112  000

1  938

0,6

9,2

Schweden

450  600

5  010  000

10  169

2,3

20,5

Serbien  ...  ...

48  300

2  314  000

570

1,2

2,6

Rumänien

160  000

6  000  000

2  880

1,7

4,7

Griechenland

65  100

2  447  000

952

1,4

3,8

Türkei  und  Bulgarien  .  .

275  200

9  468  000

2  554

0,9

2,7

Malta,  Jersey,  Man  .  .  .

1  100

325  000

110

10,0

3,4

Zusammen

9  820  600

381  755  000

263  145

2,7

6,9

Deutsche  Bundesstaaten:

Preußen

348  600

31  855  000

28  498

8,1

8,9

Bayern

75  900

5  819  000

6  283

8,2

10,7

Sachsen

15  000

3  788  000

2  752

18,3

7,3

Württemberg

19  500

2  081  000

1632

8,3

7.8

Baden

15100

1  725  000

1861

12,3

10,8

Elsaß-Lothringen  ....

14  500

1  641  000

1  735

11,9

10,5

Übrige  deutsche  Staaten.  .

52  100

5  371  000

5  355

10,2

10,0

Deutschland  zusammen

540  700

62  280  000

48116

8,9

9,2
            
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