Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Ausbreitung  der  Bahnen  in  den  einzelnen  Ländern.

Man  schätzt  das  Menschenleben  hoch,  man  möchte  nicht  gern  durch  die  Anlage  von  Eisenbahnen ­
  das  Leben  aufs  Spiel  setzen."  Vergl.  Fr.  List,  „Eisenbahn-Journale",  1836.
Kein  Wunder,  daß  der  Bahnbau  auf  dem  europäischen  Festlande  sich  nur  langsam  Eingang ­
  verschaffte.
Nachstehend  seien  die  Eröffnungszeiten  der  ersten  europäischen  Eisenbahnen  mit
Lokomotivbetrieb  in  zeitlicher  Reihenfolge  gegeben:

England:  Manchester-Liverpool  .  .  .  .
Frankreich:  St.  Etienne  -  Lyon
Belgien:  Brüssel  -  Mecheln
Bayern:  Nürnberg  -  Fürth
Sachsen:  Leipzig  -  Althen*)  .  .  .  .  .
Österreich:  Floridsdorf-Wagram  .  .  .  .
Rußland:  St.  Petersburg  -  Krasnoje-Selo
Preußen:  Berlin-Zehlendorf**)  .  .  .  .
Braunschweig:  Braunschweig  -  Wolfenbüttel  (erste
Staatsbahn)
Hannover:  Hannover-Lehrte***)  .  .  .  .
Ungarn:  Pest-Waitzen

.  .  .  15.  September  1830.
.  .  .  Juli  1832.
...  5.  Mai  1835.
.  .  .  7.  Dezember  1835.
.  .  ..  24.  April  1837.
.  .  .  23.  November  1837.
...  4.  April  1838.
.  .  .  1.  September  1838.
deutsche
.  .  .  1.  Dezember  1838.
.  .  .22.  Oktober  1843.
.  .  .15.  Juli  1846.

Alle  diese  Linien  waren  verhältnismäßig  kurz.  Berlin  wurde  1843  mit  Stettin,
1846  mit  Hamburg,  Breslau  und  Magdeburg  verbunden  und  zwei  Jahre  später  mit
Köln  und  Dresden.  Nach  1850  kam  der  Bahnbau  in  schnelleren  Fluß,  und  nachdem  die
neueren  Kriege  beider  Welten  die  hervorragende  Bedeutung  der  Eisenbahnen  für  die
Kriegführung  hatten  erkennen  lassen,  nahm  das  Eisenbahnwesen  gewaltigen  Aufschwung.
Am  Ende  des  Jahres  1865  gab  es  145  500  Ion  Bahnen  auf  der  Erde.  Heute  ist  unser
Planet  mit  einem  fünfmal  so  großen  Eisenbahnnetze  überzogen.  Beträgt  doch  die  Gesamtlänge ­
  aller  im  Betriebe  befindlichen  Lokomotivbahnen  732  255  km,  d.  i.  nahezu  das
Doppelte  der  mittleren  Entfernung  des  Mondes  von  der  Erde  (384  420  km).  Der
Äquator,  dessen  Umfang  40  070  km  mißt,  kann  mit  dieser  Länge  mehr  als  achtzehnmal
umgürtet  werden.  Eine  mit  der  Durchschnitts-Fahrgeschwindigkeit  des  schnellsten  deutschen
Zuges,  des  Berlin-Hamburger  Schnellzuges  (82,8  km  in  der  Stunde)  fahrende  Lokomotive
würde,  wenn  sie  so  lange  zu  laufen  vermöchte,  diesen  achtzehnfachen  Riesengürtel  in
rund  einem  Jahre  durcheilen.
Nach  dem  aus  amtlichen  Quellen  schöpfenden  „Archiv  für  Eisenbahnwesen",  1899,
verteilt  sich  diese  Eisenbahnlänge  nach  folgenden  Übersichten,  die  zugleich  auch  die  Ausbreitung ­
  des  Netzes  seit  1836  erkennen  lassen.

Länge  in  km  der  im  Betriebe  befindlichen  Eisenbahnen.

Am  Ansange  bc@  Jahre»

Erdteil

1836

1846

1856

1866

1876

1886

1896

1898

Europa........

673

8  235

34  185

75  882

142  494

195  833

251  421

263  145

Amerika

1758

7  683

32  417

62  534

134  098

249  246

370  321

380  384

Asien

—

—

350

5  489

11  332

22  285

43  375

49  764

Afrika

—

—

144

755

2  576

7  032

13  147

15  948

Australien  .  ...

—

—

38

825

3  738

12  947

22  349

23  014

Zusammen

2  431

15  918

67  134

145  485

294  238

487  343

700  613

732  255

*)  Teilstrecke  der  Leipzig-Dresdener  Bahn.  Die  ganze  Linie  wurde  am  7.  April  1839  eröffnet.
**)  Teilstrecke  der  Berlin-Potsdamer  (Magdeburger)  Eisenbahn.  .  ..  .  o
***)  Teilstrecke  der  Bahn  von  Hannover  nach  Braunschweig.  1847  wurde  die  strecke  Lehrte-Harburg
  eröffnet,  aber  lange  Jahre  ohne  Anschluß  an  —  Hamburg  gelassen,  auch  em  o el J fn
des  damaligen  Sondergeistes  in  deutschen  Landen,  der  sich  besonders  in  der  hannoverschen
Eisenbahnpolitik  gegenüber  Preußen  und  Oldenburg  offenbarte.  ^
            
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