Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Ausbreiiung  der  Bahnen  in  den  einzelnen  Ländern.
blühen,  desto  reger  ist  der  Güternustausch,  desto  lebhafter  der  Personenverkehr,  und  um
so  leistungsfähiger  müssen  die  Eisenbahnen  sein,  um  so  mehr  Betriebsmittel  müssen  in
Benutzung  stehen.  Auch  hierin  sind  die  europäischen  Bahnen  den  übrigen  weit  überlegen, ­
  wie  die  folgende  Übersicht  zeigt:

Land

Zahl  der  Lokomotiven
.  „  ,  .  |  auf  je  10  km
tnsqesamt  1  Belriebilänae

Europa

79  500

3,02

Vereinigte  Staaten  von  Amerika

36  000

1,21

Australien

2  200

1,95

Brilisch  Indien

4  800

1,24

Die  übrigen  Länder  ....

11  000

1,00

Zusammen  auf  der  Erde  .  .  .

133  000

1,82

Besonderes  Interesse  verdienen  die  diesbezüglichen  Vergleichszahlen  der  einzelnen  europäischen ­
  Länder,  sowie  namentlich  die  der  deutschen  Bundesstaaten.  Nachstehende  Zusammenstellung ­
  enthält  diese  Angaben  für  je  sieben  Bezirke.  Sie  sind  der  Arbeit  des  Verfassers
über  „Eisenbahn  Hauptwerkstätten"*  **) )  entlehnt  unter  Berücksichtigung  der  neuesten  Statistik.
Vergleichende  Übersicht  der  Betriebsmittel,
mit  denen  die  Eisenbahnen  für  je  10  km  Betriebslänge  durchschnittlich  ausgerüstet ­
  sind.  ,
Länder  Europas  1898.

Land

Lokomotiven

Personenwagen

Güter-  und
Gepäckwagen

Deutschland

3,58

7,11

76,4

Frankreich

2,58

6,82

68,1

England

5,65

12,77

192,8

Rußland

2,34

2,59

58,3

Österreich-Ungarn  ....

1,08

5,02

37,4

!  f!S&  :

6,92

13,55

146,1

3,82

6,72

94,0

Dänemark

2,05

5,60

30,2

Ländei

Deutschlands  1899“).

Preußen

4,04

7,34

91,59

Bayern

2,77

6,43

40,07

Sachsen  .

4,32

11,43

108,04

Württemberg

3,09

6,87

44,91

Baden.  .  .

3,98

10,62

76,56

Mecklenburg-Schwerin  .  .

1,50

2,97

27,27

Oldenburg

2,32

4,07

28,24

Man  stelle  hieraus  wieder  einmal  die  Zahlen  der  deutschen,  englischen  oder  belgischen
Bahnen  denen  von  Österreich-Ungarn,  Rußland  oder  Dänemark  gegenüber.  Welche
Unterschiede  treten  da  in  der  Stärke  der  verschiedenen  Fuhrparke  auf!  Daß  ein  Land
mit  verhältnismäßig  geringer  Zahl  an  Lokomotiven  und  Wagen  auch  in  Kriegszeiten
einem  Staate  mit  starker  Bahnausrüstung  nachsteht,  vollends  gar,  wenn  die  Maschen
des  Gleisnetzes  recht  weite  sind,  bedarf  wohl  kaum  der  Erwähnung.  Das  Zusammenziehen ­
  der  Truppen,  das  Befördern  an  die  bedrohte  Grenze,  der  Nachschub  ans  dem
Inneren  u.  s.  w.,  alles  das  vollzieht  sich  bei  ihnen  weit  langsamer,  als  in  einem  Lande
mit  leistungsfähigen  Bahnen.  Man  vergleiche  nur  in  obiger  Zusammenstellung  Rußland
und  Frankreich  mit  England  oder  Deutschland.  Die  einzelnen  deutschen  Bundesstaaten
sind  sehr  ungleich  bedacht.  Während  Preußen  ans  je  10  km  seiner  Linien  durchschnittlich
4  Lokomotiven  und  92  Güterwagen  zählt,  Sachsen  noch  höhere  Werte  aufweist,  hat  Bayern
*)  „Die  Eisenbahn-Technik  der  Gegenwart"  von  Blum,  v.  Borries  und  Barkhansen.
**)  Die  Angaben  beziehen  sich  auf  Staatsbahnen  mit  1435  mm  Spurweite.
            
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