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Erzeugung und Verbrauch der Jndustricprodukte sowie der Rohstoffe.
Unter den einzelnen Staaten hat lange Zeit England in der Eisenindustrie den
ersten Rang eingenommen. Die großen Erfindungen, welche für den Fortschritt der Eisen
erzeugung maßgebend waren, wurden zumeist in England gemacht, das auch von den ver
heerenden Kriegen, welche Europa im 17. und 18. Jahrhundert verwüsteten, verschont
blieb, und unter allen Ländern zuerst eine Großindustrie im modernen Sinne entwickelte.
In neuerer Zeit ist ihm jedoch das Deutsche Reich ebenbürtig an die Seite getreten, und
wenn es auch in der Roheisenerzeugung der Menge nach England noch nicht erreicht hat,
so hat doch die deutsche Eisenindustrie in der Ausbildung ihrer Technik die englische bereits
überflügelt. Von den übrigen europäischen Staaten kommen für die Eisenerzeugung nament
lich Österreich, das in seinen Alpengegenden große Schätze reinen Eisenerzes und eine
altberühmte Eisenindustrie besitzt, Frankreich, Belgien und Schweden in Betracht. Auch
in Rußland hat die Ausbeutung der reichen Erzschätze, welche im Süden des Reiches und
im Ural sich befinden, vielfach unter Zuziehung ausländischen Kapitales rasche Fortschritte
gemacht. Eine überraschende Entwickelung hat die Eisenindustrie in den Vereinigten
Staaten von Nordamerika durchgemacht. In den letzten 25 Jahren hat sich ihr Umfang
nahezu verzehnfacht. Reiche Lager von Erz und Kohle, namentlich von dem zur Ver
hüttung des Eisens vorzüglich verwendbaren Anthrazit, billige Verkehrswege, ein starker
innerer Bedarf an Eisen insbesondere für den Eisenbahnbau und der Ausschluß des fremden
Wettbewerbes durch hohe Schutzzölle haben zusammengewirkt, um die nordamerikanische
Eisenindustrie zu einer der ersten in der Welt zu machen. Heute tritt amerikanisches Eisen,
als Ballast der Baumwoll- und Getreidedampfer nahezu kostenlos über den Ozean verfrachtet,
bereits auf den europäischen Märkten in Wettbewerb, und ebenso nimmt die Ausfuhr
amerikanischer Eisen- und Stahlfabrikate, namentlich jene von Werkzeugen und Maschinen,
bereits einen Umfang an, der den europäischen Fabrikanten unbequem zu werden droht.
Ziffernmäßige Angaben über den Anteil der einzelnen Länder an der gesamten
Eisenproduktion enthält die folgende Tabelle:
Roheisenerzeugung in Tausenden t tm Jadre
1870
1890
1895
1896
1897
Großbritannien
6 059
8 031
8 022
8 798
8 930
Vereinigte Staaten von Nordamerika.
1 693
9 348
9 598
8 761
9 806
Deutsches Reich
1 391
4 658
5 465
6 373
6 88>>
Frankreich
1 178
1 962
2 006
2 340
2 472
Oesterreich-Ungarn
403
965
1 100
1 218
1 330
Belgien
563
788
829
948
1 035
Rußland
358
927
1456
1 595
1 901
Schweden
300
456
463
494
542
Andere Länder
150
323
700
548
422
Zusammen
12 095
27 458
29 639
31 075
33 318
Die weitere Verarbeitung des Roheisens zu Schmiedeeisen und Stahl und zu den ver
schiedenartigen Eisen- und Stahlwaren ist schon wegen der Mannigfaltigkeit dieser Fabrikate
statistisch schwer zu erfassen. Die einzige Möglichkeit dazu bietet eine Darstellung des
Eisenverbrauches der wichtigsten Länder, wie sie in der Tabelle S. 932 oben versucht ist.
Als Ausfuhrländer für Roheisen kommen hiernach in erster Linie Großbritannien
mit einer Mehrausfuhr von 1 548 000 t und die Vereinigten Staaten mit einer solchen
von 626 000 t in Betracht, sodann in geringerem Maße Frankreich und Schweden. Da
gegen weisen Deutschland, Belgien und Österreich nicht unerhebliche Mehreinfuhren von
Roheisen auf. Wesentlich anders gestalten sich die Verhältnisse, wenn man auch die Aus-
und Einfuhr von Halb- und Ganzfabrikaten (Schmiedeeisen und Stahl, Eisen- und Stahl
waren, Maschinen aus Eisen), auf Roheisen umgerechnet, in Betracht zieht. Großbritannien
steht auch in diesem Falle mit einer Mehrausfuhr von 2 749 000 r Eisenwarcn an der
Spitze der Ausfuhrländer. Ihm folgen Deutschland mit 1 677 000, Belgien mit 744 000
und Frankreich mit 46 000 t Mehrausfuhr. Die Mehreinfuhr von Roheisen nach dem
Deutschen Reiche und Belgien wird daher durch ihre Mehrausfuhr an Eisen- und Stahl-
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