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II. Der Geldmarkt.
ja die Depositen ebenfalls in Gold zurückgefordert werden können
(wenn auch über den Umweg der Noten).
Das Verhältnis der Nasse (einschließlich Nassenscheine) zu den Noten
betrug in den Wendejahren der Nonjunktur im Durchschnitt 1892: 98%,
1900: 73.8%, 1902: 82%, 1907: 62.6%, 1909: 70.5%, 1912: 69.7%.
Das Verhältnis der Nasse zu allen Verpflichtungen (Noten und
Depositen) 1892: 64.6%, 1900: 50.9%, 1902: 55.8%, 1907: 45%,
1909: 48.4%, 1912: 43.1%.
Die Differenz des Durchschnitts der gesetzlichen Deckung zwischen
den Jahren der Nonjunktur und jenen der Depression schwankt somit
um 20—25%; die Unterschiede werden aber noch deutlicher, wenn wir
anstelle der Durchschnittszahlen die Differenz zwischen dem günstigsten
Termin im geldflüssigsten und dem ungünstigsten im geldknappsten
Jahr jeder Periode setzen.
Nasse in % d. in Faller ver-
Notenumlaufs Kindlichkeit.
Periode 1895—1900 Günstigster flustoeis 23/2 1895 117.37 72.68
Ungünstigster „ 30/9 1899 50.93 37.75
Periode 1901—1907 Günstigster Ausweis 23/2 1902 102.95 61.91
Ungünstigster „ 31/12 1907 41.34 30.64
Periode 1908—1912 Günstigster flusroeis 23/2 1909 85.70 60.10
Ungünstigster „ 31/12 1912 41.80 32.70
Die Spannung zwischen dem Ausweis mit günstigstem und jenem
mit ungünstigstem Deckungsverhältnis betrug in keiner der drei letzten
Perioden weniger als 60%. Am günstigsten Termin waren die Noten
metallisch überdeckt, am ungünstigsten war die Bank wenigstens 1907
und 1912 von der gesetzlichen Emissionsgrenze nicht weit entfernt. Dabei
waren günstigster und ungünstigster Zeitpunkt nur wenige Jahre —
in der letzten Periode nicht einmal vier Jahre — voneinander entfernt.
Das Jahr, das der Wendung der Nonjunktur folgt, ist stets das
geldflüssigste der neu beginnenden Periode; wenn die Neichsbank an
dem leichtesten Termin des Jahres 1902 eine Notendeckung von 102.95%
aufwies, so war ungeachtet der Ueberdeckung der Noten darin nicht
ein günstiges Symptom zu sehen, im Gegenteil: der vergleich mit dem
analogen Zeitpunkt in der vorangehenden Periode zeigte, daß die
Neichsbank in den neuen wirtschaftlichen Abschnitt schwächer eintrat
als in den vorhergegangenen; und diese Erwägung mußte für ihre
Diskontpolitik entscheidend sein.
Denn die Reichsbank muß ihre Haltung derart einrichten, daß