Full text : Bankpolitik

24.  Die  Grundsätze  der  Dislontbeftimmung,  Konjtatiecungstfjeorie  usw.  97
statierungsarbeit  zu  leisten  habe,  ohne  sich  durch  sonstige  wirtschaft?politische ­
  Erwägungen  abhalten  zu  lassen.  Der  Bankier  Llogd,  der  geistige
Vater  der  Peelsakte,  wurde  in  der  Enquete  von  1840  gefragt,  ob  er
je  darüber  nachgedacht  habe,  wie  die  Wirkungen  auf  die  arbeitenden
Klassen  wären,  wenn  die  Löhne  nrit  den  Wechselkursen  schwankten
oder  welche  Gefühle  der  internationale  Handel  gegen  die  Notenbank
haben  müsse,  wenn  die  Vorräte  infolge  der  viskontänderungen  raschem
preiswechsel  unterworfen  wären.  Er  verneinte  kühl  die  Frage,-  das
Nachdenken  hierüber  würde  zu  keinem  Nutzen  führen.  (Report  from
the  8eiset  cummittee  on  banks  of  issue,  3043).
Man  stelle  dieser  Ansicht,  die  auch  für  die  kontinentalen  Notenbanken ­
  Jahrzehnte  hindurch  maßgebend  war,  Aeußerungen  aus  unseren ­
  Tagen  entgegen,  um  den  Wandel  voll  zu  ermessen.  „In  der
Diskontpolitik  kommt  es  darauf  an,  die  Preisschwankungen  des  Leihgeldes ­
  in  engen  Grenzen  zu  halten,  damit  der  Landwirt,  Handwerker
und  Geschäftsmann  nicht  gezwungen  wird  ruinöse  Zinsen  zu  zahlen,
weil  es  den  amerikanischen  Börseanern  gefallen  hab  sich  gigantischen
Spekulationen  auszuliefern."  (Ansiaux,  Principes  de  la  politique  regulative ­
  des  changes,  1910,  S.  122).  Der  teleologische,  wirtschaftspolitische ­
  Gesichtspunkt  ist  hier  in  den  Vordergrund  gerückt.  Der  Lehre:
Schwankende  Bankrate,  Anpassung  an  die  Weltmarktlage  tritt  die
Forderung  nach  gleichmäßigem  Diskont  womöglich  unter  Sicherung
vor  internationalen  Einwirkungen  gegenüber.  Während  ein  halbes
Jahrhundert  vorher  die  Kritik  Ehevaliers,  daß  die  englische  Lehre  von  der
Diskontpolitik  ein  Loblied  auf  die  Zwangsliquidation  sei,  welche  doch  für
ein  Land  unmöglich  von  Nutzen  sein  könnte,  in  der  Wissenschaft  allein
geblieben  war,  hat  sich  in  der  letzten  Generation  die  Forderung  stabilen
Diskonts  immer  mehr  durchgesetzt.  Untersuchen  wir  die  Mittel,  durch
welche  die  Notenbanken  dieser  Forderung  entgegenzukommen  suchten.
Man  pflegt  sie  in  neuester  Zeit,  namentlich  seit  der  deutschen  Bankem
quete,  als  Mittel  der  Diskontpolitik  zu  bezeichnen  —  mit  Unrecht,-  es
sind  Mittel,  welche  die  Diskontpolitik  entbehrlich  machen  sollen.
Die  Mittel  zur  Sicherung  stabilen  Diskonts.
Der  Merkantilismus  hatte  ein  Sgstem  von  Maßnahmen  zur
Begünstigung  der  Metalleinfuhr  und  zum  Schutz  gegen  Metallausfuhr ­
  ausgebildet.  Unter  den  Angriffen  von  Smith  und  den  Vorkämpfern ­
  der  Tuantitätslehre  wurde  das  Sgstem  aus  der  Wissenschaft
verbannt,  aber  in  der  Praxis  der  kontinentalen  Notenbanken,  die  bis
Surnotj,  Bankxolitik.  7
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.