Full text : Bankpolitik

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II.  Oer  Geldmarkt.

von  Geldgebern  und  Geldnehmern  doppelt  nötig  wäre.  Ls  fehlt  darum
auch  an  jeder  Vereinbarung  über  den  Privatsatz.  Während  die  Depositenbanken ­
  für  die  Verzinsung  fremder  Gelder  und  für  die  Konditionen
im  Kontokorrentkredit  genau  beobachtete  Konditionsvereinbarungen
haben,  ist  ein  ähnlicher  Schritt  für  den  Privatsatz  nie  versucht  worden.
Oie  Ursache  hiefür  liegt  in  drei  Momenten:  Oie  Depositenbanken
sind  nicht  die  einzigen  Geldgeber,  neben  ihnen  kommen  die  Zinanzbanken,
  die  schottischen  Institute  und  die  foreign  banks  selber  in  Betracht, ­
  die  zu  manchen  Zeiten  in  starkem  Maß  Akzepte  kaufen,  wenn
sie  über  einen  augenblicklichen  Ueberschuß  an  Mitteln  verfügen;  so
verleihen  die  Hongkong  anä  Lbangbai  Bank,  die  Deutsche  Bank,
der  Oroäit  Uzwimais  sehr  oft  erhebliche  Summen  auf  dem  Markt.  Mit
diesen  stetig  wechselnden  Geldgebern  Vereinbarungen  zu  treffen,
wäre  selbst  dann  schwierig,  wenn  die  Abneigung  der  Engländer  gegen
Verhandlungen  mit  auswärtigen  Instituten  geringer  wäre.  Sodann
läßt  sich  das  auf  den  Markt  kommende  Anbot  schwer  abschätzen;  England ­
  finanziert  einen  großen  Teil  des  ganzen  Welthandels  und  um
eine  einigermaßen  zutreffende  Vorstellung  über  die  künftige  Nachfrage ­
  zu  gewinnen  müßten  die  Londoner  Kreditbanken  täglich  Aufstellungen ­
  über  die  Bahn-  und  Schiffsfrachten  an  Welthandelsgütern,
genaue  Produktionsdaten  und  Berichte  über  die  einzelnen  Verkaufsabschlüsse ­
  erhalten.  In  der  Gegenwart  sind  Ueberraschungen  über
die  (Quantität  der  Nachfrage  noch  sehr  häufig.  Endlich  werden  dem
Londoner  Geldmarkt  alle  Mittel  zugeführt,  welche  die  dort  arbeitenden
Institute  nicht  anderswie  verwenden  können,  sei  es  daß  sie  im  Interesse ­
  der  Liquidität  erstklassige  Bankakzepte  geradezu  suchen  oder
daß  ihnen  in  ihrem  regulären  Geschäft  keine  andere  Verwendungsmöglichkeit ­
  offen  steht.  Dis  englischen  Depositenbanken  legen  im  Liquiditätsinteresse ­
  stets  eine  erhebliche  chuote  ihrer  Einlagen  auf  dem
Geldmarkt  (in  Wechseln  wie  in  Effektenkrediten)  an,  bei  industrieller
Depression  im  Land  vergrößert  sich  dieser  Betrag  umsomehr,  als  die
englischen  Institute  eben  infolge  ihrer  mangelnden  Kenntnis  des  Auslandes ­
  bis  in  die  neueste  Zeit  nur  in  einem  im  Verhältnis  zu  ihren
Mitteln  sehr  beschränkten  Umfang  Geld  in  das  Ausland  zu  leihen  pflegten. ­
  Da  derartige  Ueberschußbeträge,  soweit  der  andere  Teil  des  Geldmarkts, ­
  der  Effektenkredit,  für  sie  nicht  Aufnahme  bietet,  zu  jedem
Preis  verliehen  werden,  sinkt  die  Untergrenze  des  Privatsatzes  bei
Depression  in  der  Jahreszeit  der  Geldflüssigkeit  auf  ein  Minimum;
mehrfach  ist  der  Privatsatz  unter  1%,  ja  bis  zu  einem  halben  Prozent
heruntergegangen.  Die  Anstrengungen  der  Notenbank  die  Spannung
            
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