Full text : Bankpolitik

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III.  Oer  Kapitalmarkt.

Staatsrentenpreis.  Kür  den  Kurs  der  Pfandbriefe  ist  die  Gesamthaltung
des  Rentenmarkts  von  entscheidender,  die  Taktik  der  einzelnen  Hypothekenbank ­
  von  geringerer  Bedeutung.  Zu  dem  Rentenzins,  den  die
Pfandbriefe  bedingen,  müssen  die  Regiekosten,  ein  Betrag  für  Reservedotierung ­
  und  bei  den  Aktiengesellschaften  ein  Gewinn  für  die  Aktionäre
hinzutreten,  Da  die  Pfandbriefausgabe  nur  im  Zusammenhang  mit  der
Kreditgewährung  erfolgt,  der  Bank  somit  —  vom  eigenen  Kapital  abgesehen— ­
  nicht  Kapitalien  zur  Verfügung  stehen,  die  um  jeden  preis
verwendet  werden  müssen,  ist  der  Nutzen  für  die  Aktionäre  ein  essentieller
Kaktor  in  der  Kostenrechnung  der  Aktienbanken.
Kür  die  Versicherungsgesellschaften  bildet  die  Rechnungsgrundlage ­
  der  Prämienreserve  zuzüglich  der  kosten,  Reservedotierung  und  bei
Aktiengesellschaften  eines  Gewinnzuschlags  die  Kostengrenze.  Die  Rechnungsgrundlage ­
  steht  mit  dem  Rentenzins  in  Zusammenhang,  ist  aber
für  Jahrzehnte  festgelegt,  va  für  die  Prämienreserve  verwendungszwang ­
  besteht,  kann  die  Kostengrenze  dann  unterschritten  werden,  wenn
das  Kapital  der  Versicherungsgesellschaften  auf  dem  hppothekenmarkt
zum  Teil  entbehrlich  ist  und  eine  andere  gleichwertige  Anlagemöglichkeit
nicht  besteht,  das  ist  wenn  auch  die  Rentenanlage  weniger  trägt  als  der
hgpothekenzins  abzüglich  der  auf  diesen  Geschäftszweig  verwendeten
Kosten.  Vas  letztere  ist  nur  in  Epochen  sinkenden  Rentenzinses  der  Kall,
somit  in  Zeiten,  wo  die  Rentenanlage  die  Kurssteigerungschance  bietet
und  darum  unter  gleichen  Bedingungen  der  Hypothek  vorzuziehen  ist,
während  diese  umgekehrt  in  Perioden  steigenden  Rentenzinses  den
Vorteil  der  Vermeidung  von  Kursverlusten  bietet.  Dementsprechend
bevorzugen  die  Versicherungsgesellschaften  bei  gleichen  Bedingungen
in  Epochen  des  sinkenden  Zinsfußes  die  Renten,  in  Epochen  des  steigenden ­
  Zinsfußes  den  hgpothekenkredit.
vie  Zinspolitik  der  Sparkassen  endlich  richtet  sich  nicht  nach  einheitlichen ­
  Grundsätzen;  bis  vor  nicht  langer  Zeit  stand  der  Einlagenzins ­
  in  Zusammenhang  mit  dem  Rentenzins,  seitdem  aber  die  Konkurrenz ­
  der  Kreditbanken  um  die  Einlagen  intensiv  geworden  ist,  ist  für
eine  große  Zahl  deutscher  und  österreichischer  Sparkassen  die  Rücksicht
auf  die  Bedingungen  der  rivalisierenden  Banken  maßgebend  geworden,
und  da  diese  für  Spardepositen  von  der  Lankrate  abhängig  sind,  richtet
sich  der  Einlagensatz  der  meisten  Sparkassen  nach  dem  Banksatz;  in  Deutschland ­
  bleibt  er  regulär  y 2 his  \%  unter  der  Rate,  in  Oesterreich  hält  er
sich  auf  dem  Niveau  der  Bankrate,  in  Ungarn  geht  er  darüber  hinaus.
Durch  diese  Politik  der  Sparkassen  wird  der  Geldmarktsatz  in  den  Kapitalmarkt ­
  hineingetragen,  nicht  aus  inneren  geschäftlichen  Gründen,
            
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