Full text : Bankpolitik

Der  Bankbeamte

Ein  stolzer  Titel,  um  den  der  Angestellte  der  Banken ­
  von  den  Kommis  im  Warenhandel  und  in  der
Fabrikation  vielfach  beneidet  wird.  Und  der  Bankangestellte ­
  legt  Wert  auf  diese  Äußerlichkeit.  Ganz  gleichgültig, ­
  ob  er  im  Dienste  eines  Millioneninstituts  tätig
ist  oder  bei  einem  kleinen  Bankier,  der  außer  ihm  vielleicht ­
  nur  noch  einen  Lehrling  und  einen  Kassenboten
beschäftigt.  Aber  der  Titel  hat  auch  seine  bedenklichen
Schattenseiten.  Denn  eigentlich  setzt  von  dem  Moment
ab,  wo  eine  größere  Zahl  von  Bankangestellten  sich  mit
Aecht  die  Bezeichnung  von  Beamten  beilegen  konnte,
jene  tiefeingreisende  wirtschaftliche  Umwälzung  ein,  die
bie  bisherige  bevorzugte  Stellung  der  Bankbeamten  ganz
wesentlich  herabdrückte.  Zch  schilderte  vorhin  die  Wirkungen, ­
  die  die  erheblichen  Veränderungen  in  unserem
Wirtschastsorganismus  aus  den  Geschäftsbetrieb  von
Zanken  und  Bankiers  ausübten.  Es  ist  klar,  daß,  was
dm  Geschäftsbetrieb  der  Prinzipale  in  völlig  andere
Zahnen  drängte,  auch  an  den  Angestellten  der  Geschäfte
wcht  spurlos  vorübergehen  konnte.
Das  Verhältnis  des  Bankiers  zu  seinen  Kommis
^ug  bis  in  die  achtziger  Jahre  hinein  in  gewisser  Hin-Ucht
  ein  stark  patriarchalisches  Gepräge.  Patriarchalisch
über  nicht  in  dem  Sinne  verstanden,  wie  man  heute  das
            
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