Full text : Bankpolitik

16.  Die  Stellung  der  Kreditbanken  auf  dem  Geldmarkt.

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fügen,  wäre  eine  Realisierung  auch  nur  einer  geringen  chuote  der  Einlagen ­
  mit  starker  Schädigung  der  Volkswirtschaft  verbunden.  Wenn  den
englischen  Banken  auch  nur  5%  der  Einlagen  entzogen  würden  und
behufs  Rückzahlung  Effektenkredite  gekürzt  werden  müßten,  so  würde
der  Effektenmarkt  über  50  Millionen  Pfund,  über  eine  Milliarde  Mark
an  Rredit  in  wenigen  Tagen  verlieren.  Anlagekapital  kann  nicht  in
so  kurzer  Frist  an  die  Stelle  der  Spekulation  treten,  umsomehr  als  gerade ­
  derartige  Augenblicke  die  Besitzer  mittlerer  oder  kleiner  vermögen
von  dem  Efsektenkauf  geradezu  abschrecken,  von  diesem  Gesichtspunkt
aus  ist  die  Bildung  selbständiger  Rassenbestände  und  Schaffung  großer
Guthaben  bei  der  Bank  von  England  eine  Notwendigkeit  für  die  englischen ­
  Depositenbanken;  die  größeren  Institute  haben  denn  auch  namentlich ­
  im  letzten  Jahrzehnt  ihre  Bilanz  in  diesem  Sinn  immer  mehr
gekräftigt  und  halten  gegenwärtig  im  Durchschnitt  15%  ihrer  fremden
Gelder  in  Rasse  oder  als  Guthaben  bei  der  Notenbank.
Unter  Beziehung  auf  das  Beispiel  der  englischen  Institute  ist
der  Reichsbankpräsident  havenstein  und  auf  dem  Münchner  Bankiertag ­
  von  1912  helsferich  für  die  Erhöhung  der  Rassenbestände  der  deutschen ­
  Rreditbanken  eingetreten,  während  im  ähnlichen  Sinn  Arnold
seit  Jahren  Erhöhung  der  Guthaben  der  Rreditbanken  bei  der  Reichsbank ­
  fordert.  Die  Situation  des  deutschen  Rreditbankwesens  ist  durch
das  Ronzernspstem,  bei  welchem  selbständige  Provinzbanken  mit  Berliner ­
  Großbanken  in  dauernder  Verbindung  stehen,  wesentlich  komplizierter ­
  als  jene  der  englischen  Institute.  Eine  Sparkasse  in  Plauen
übergibt  zum  Beispiel  ihre  Rasse  der  vogtländischen  Bank,  diese  verwendet ­
  Vs  davon  in  ihrem  Geschäft  und  gibt  V 6  als  Bankguthaben
an  die  Deutsche  Rreditanstalt  nach  Leipzig-  diese  nimmt  die  gleiche
Verwendung  vor,  sie  läßt  den  größeren  Teil  in  ihrem  Geschäft  mitarbeiten ­
  und  gibt  Vs  des  Fünftels,  also  J / 25  des  ursprünglichen  Betrags,
an  die  Viskontogesellschaft  nach  Berlin.  Würde  diese  auch  nur  3 / 4  davon ­
  im  Rreditgeschäft  verwenden  und  1 / i  bar  liegen  lassen,  so  wäre  doch
von  jenem  Betrag,  den  die  Sparkasse  als  Bankguthaben  eingelegt  hat,
in  letzter  Linie  nur  der  hundertste  Teil  in  barem  vorhanden.  Es  rechnen ­
  aber  alle,  die  Sparkasse,  die  vogtländische  und  die  Deutsche  Rreditanstalt, ­
  mit  diesem  Betrag  als  Rasse,-  die  Ronzernbildung  hat  den  Gesamtkassenbestand ­
  der  Banken  eingeschränkt.  Die  großen  Berliner
Institute  können  selbstredend  normalen  Abhebungen,  die  ihren  Schätzungen ­
  entsprechen,  leicht  nachkommen,  da  sie  ihre  Anlagen  aus  die  Fälligkeit ­
  der  erwarteten  Auszahlungen  hin  vorgenommen  Habens  bei  unerwartet ­
  großen  Abhebungen  aber  müssen  Effektenkredite  gelöst  oder
            
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