Full text: Die deutsche Wirtschaft

Verkehrspolitische Aufgaben der Reichseisenbahn. 391 
bei Versand von um Prozent: 
Roheisen und Schrott . . ‚ 31—73 
Stab- und Formeisen . 100—40 
Teilen von Eisenbauwerken, Blechen und Platten . 184—129 
Maschinen”... m. 191—103 
Benzol usw... . Se „+, 209—170 
Teeren  .., ; . „‚. 78-31 
Stamm- und Stangenholz . RR 110—72 
Bau- und Schnittholz . . . SU 112—74 
Grubenholz . En Pa 78—52 
Kalk, Zement usw. . ; 78-—31 
Diese Beispiele ließen sich beliebig vermehren; u. a. zeigt auch 
eine von der Reichsbahndirektion Berlin herausgegebene Gegenüber- 
stellung der Frachtsätze der Normalklassen nach dem Stand vom 
Jahre 1914 und vom 1. Oktober 1924, daß sowohl beim Stückgut wie 
bei den Klassen A, C und D bei den nahen Entfernungen durchschnitt- 
lich eine Verdoppelung der Frachtkosten vorliegt, und daß die Fracht- 
verteuerung bis zu den Entfernungen von 400 und 500 km, abgesehen 
von den Klassen E und F, bis meistens 50 % geht. 
Man muß sich dabei klar sein, daß die meisten Güter nicht über 
weite Entfernungen gefahren werden, sondern daß der Nahverkehr der 
Menge nach das wichtigste ist. In der allzu starken Be- 
lastung der nahen und mittleren Entfernungen 
liegt der Hauptfehler des heutigen Tarifschemas, 
Die vertikale Staffelung der Tarife ist in der Weise überspannt, daß die 
Güter aller Tarifklassen bei den weiten Entfernungen zu billig, von 
1200 km an sogar unter dem Friedenspreis, befördert werden, während 
die Nahfrachten, z. B. bei 100 km im Durchschnitt etwa um 63 %, 
teurer sind als 1913. Besonders der Bergbau und die Schwerindustrie, 
die in der Hauptsache Massengüter auf kurze Strecken versenden, 
werden von dem ungerechten Tarifschema stark betroffen; die Eisen- 
bahn hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn der Verkehr in großem 
Umfange andere Wege und der Bahn verlorengeht. 
Die Änderung des deutschen Gütertarifs nach dem Kriege hat 
ferner eine Neueinteilung der einzelnen Tarifklassen 
gebracht. Die Vergrößerung der Spanne innerhalb der einzelnen 
Ladungsklassen und die Eintarifierung der meisten Waren in eine 
höhere Tarifklasse als bisher hat ebenfalls bedenkliche Folgen gezeitigt. 
Die Wettbewerbsverhältnisse haben sich infolge dieser Umtarifierung 
nicht nur innerhalb Deutschlands verschoben, sondern auch dazu ge- 
führt, daß nachweisbar Auslandsaufträge, die regelmäßig deutschen
	        
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