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.anstellt. Andere Tätigkeiten sind: Fettmachen und Schlachten des
Schweines, Nutzung der Ziege und der Hühner, möbliertes Vermieten
eines Teiles des Hauses, endlich Nutzung der drei Landparzellen, die
von dem Eigentümer des Hauses gepachtet sind:
Gemüsegarten, 250 m von der Wohnung entfernt
6,11 ar ä 7,— Fr. = 42,77 Fr.
Kartoffelfeld, 1500 m von der Wohnung
entfernt 4,82 ar ä 3,50 „ = 16,87 „
Wiese für Gras und Heu,
400 m von der Wohnung entfernt
3,37 ar ä 7,— „ - 23,59 „
14,30 ar 83,23 Fr.
Vergleicht man diese Zahlen mit dem Budget (§ 14—16), so er
gibt sich, daß die häusliche Tätigkeit eine beachtenswerte Holle in
der hier beschriebenen Familie spielt. Das ist wohl vorherrschend
im ganzen Lande. Die Industriegegend Westfalens bleibt also den
ländlichen Traditionen der Hannoveraner und Skandinavier treu.
Und bis heute zeigen sich die Unternehmer nicht geneigt, die ganze
Tätigkeit ihrer Arbeiter für die Berufsarbeit in Anspruch zu
nehmen, wie es die von England tun, und sie so in Zeiten der Ruhe
jedes Existenzmittels zu berauben.
Lebensweise der Familie.
§ 9. Ernährung und Mahlzeiten. Die Familie macht
vier Mahlzeiten am Tag. Frühstück (8 Uhr morgens): Kaffee
-ohne Zucker, mit wenig oder ohne Milch; man nimmt reinen Kaffee,
ohne Zichorie, und rechnet ungefähr 40 g Wasser auf 1 g Kaffee;
dazu ißt man Butterbrot. Mittagessen: Man kocht eine Suppe
aus Wasser, Kartoffeln und Fett. Außerdem gibt es ein Gericht,
bestehend aus 0,96 kg Fleisch (außer wenn es Schweinefleisch ist),
Kohl und anderen frischen und konservierten Gemüsen, Salz und
1,2 1 Wasser, das allmählich verdunstet, so daß nur eine Kraftbrühe
zurückbleibt. Wenn das Geld zum Fleisch nicht reicht, begnügt
man sich mit gekochtem Gemüse und ein wenig Speck aus dem
Vorrat. Ein Arbeiter, der 2,50 M. pro Tag verdient, und dessen
Familie 5—6 Personen umfaßt, kann kaum mehr als 2—3 mal in
der Woche Fleisch essen. Sonntags gibt es oft noch Bouillon mit
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