Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Erholungsheim  Hubertushöhe.

W.  Büxenstein,  Berlin  SW.  48.
Ungefähr  5  Kilometer  von  Storkow  entfernt,  am  schönen  Dolgensee,  rings  von  Nadelwald ­
  umgeben,  befindet  sich  das  Erholungsheim  Hubertushöhe,  das  die  Buchdruckerei
W.  Büxenstein  anläßlich  ihres  50jährigen  Geschäftsjubiläums  am  1.  Oktober  1902  mit
einem  Kostenaufwand  von  80  000  M.  für  ihr  Personal  errichtete.  Dasselbe  wurde  im  Frühjahr ­
  1904  in  Betrieb  genommen.  Die  Abbildungen  zeigen  links  die  Straßenfront  des  Gebäudes
und  rechts  die  Ansicht  desselben  vom  Wasser  aus.  Das  Grundstück  ist  vier  Morgen  groß
und  zur  Hälfte  noch  mit  Wald  bestanden.  Das  Gebäude  selbst  ist  massiv  gebaut,  im  Sockel
mit  roten  Verblendern  abgesetzt  und  im  übrigen  mit  gespritztem  Zement  geputzt.  Es  enthält
folgende  Räume:  im  Erdgeschoß:  Diele,  Speisesaal,  Gesellschaftszimmer  und  die  Hauptküche ­
  mit  anschließender  Wohnung  des  Verwalters;  im  ersten  Stockwerk:  sechs  zweifenstrige ­
  Zimmer,  davon  drei  mit  Balkon  nach  der  Seeseite  gelegen,  ein  einfenstriges  Zimmer
und  eine  Küche;  im  zweitenStockwerk:  zwei  zweifenstrige  und  zwei  einfenstrige  Zimmer,
eine  Küche,  sowie  je  einen  Knaben-  und  Mädchensaal  für  die  Kinder-Ferienkolonie.
Das  Erholungsheim  ist  Eigentum  der  Firma  und  wird  von  dieser  unterhalten;  es  ist
zu  gleichzeitiger  Aufnahme  von  30  erwachsenen  Personen  und  24  Kindern  eingerichtet.
Dasselbe  kann  von  jedem  Angestellten  der  Firma  benutzt  werden,  der  mindestens  ein  Jahr
bei  dieser  beschäftigt  ist.  Die  Verwaltung  des  Heims  ist  seitens  der  Firma  einer  Kommission
übertragen,  die  sich  aus  ihren  Faktoren  zusammensetzt  und  deren  Geschäfte  der  Betriebsleiter ­
  führt.  Anmeldungen  sind  an  diesen  zu  richten  und  werden  in  der  Reihenfolge  des  Eingangs ­
  erledigt.  Der  Antragsteller  erhält  eine  Legitimationskarte  mit  Angabe  der  Zimmernummer, ­
  die  dem  dortigen  Verwalter  bei  der  Ankunft  zu  übergeben  ist.  Jeder  Angestellte
erhält  für  sich  und  seine  Familie  ein  vollständig  möbliertes  Zimmer  zur  unentgeltlichen
Benutzung.  Die  Verpflegung  beträgt  pro  Tag  für  die  erwachsene  Person  1,60  M.,  für  Kinder
1  M.;  es  steht  jedoch  jedem  frei,  sich  selbst  zu  beköstigen  oder  nur  teilweise  Pension  zu  nehmen.
Für  die  schulpflichtigen  Kinder  des  Personals  hat  die  Firma  außerdem  während  der
Sommerferien  eine  Kinder-Ferienkolonie  eingerichtet,  in  der  die  Kinder  in  den  obenerwähnten ­
  beiden  Sälen  wohnen.  Jedes  Kind  hat  sein  eigenes  Bett,  eine  Kommode,  Waschgeschirr ­
  und  einen  Nachttisch.  Die  Aufsicht  über  die  Kinder  führt  eine  von  der  Firma
gestellte  Lehrerin.  Die  Eltern  zahlen  für  die  volle  Beköstigung  der  Kinder  täglich  nur
50  Pfg.,  während  die  Firma  die  übrigen  Kosten  übernimmt.  Ihre  sämtlichen  Mahlzeiten
nehmen  die  Kinder  in  einer  neben  dem  Hauptgebäude  erbauten  massiven,  nach  vorn  offenen
Halle  ein,  die  denselben  auch  bei  schlechtem  Wetter  die  Bewegung  im  Freien  gestattet.
            
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