III
Eisenhütten- und Emaillirwerk
Wilhelm von Krause Gesellschaft mit
beschränkter Haftung, Neusalz a. O.
Die Gründung dieses altangesehenen Werkes reicht bis in das Jahr 1827 zurück. Ihr
Ziel war die Verwertung der reichen Rasenerzlager Niederschlesiens und die Erschließung
der damals industriearmen Gegend für den Verkehr. Das als Aktiengesellschaft begonnene
Unternehmen hatte anfänglich mit mannigfachen Schwierigkeiten zu kämpfen, bis es in
alleinigen Besitz des im Jahre 1877 verstorbenen Geheimen Kommerzienrates Friedrich
Wilhelm von Krause in Berlin überging, der es seinem Sohne Bankier Wilhelm von Krause
letztwillig hinterließ. Nun erst begann die Zeit der Entwicklung, durch die das neuerdings
in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelte Werk allmählig zu seiner
heutigen Bedeutung gelangte.
Ursprünglich in kleinstem Maßstabe angelegt, beschäftigt es jetzt 1500 Arbeiter und
umfaßt auf einem Flächenraum von rund 59 ha: 4 Eisengießereien, 1 Emaillierwerk,
x Stahlgießerei, Werkstätten für allgemeinen Maschinenbau, 1 Werkstatt für Fabrikation
von Pumpen, 1 Schmiede, 3 Beschlagschlossereien, 1 galvanische Anstalt, 1 Verzinnerei.
Es wird gearbeitet mit: 7 Dampfkesseln, 4 Dampfmaschinen, 3 Sauggasanlagen,
6 Dynamomaschinen, 60 Motoren, 1 Akkumulatorenbatterie, 12 Kupolöfen, 1 Siemens-
Martin-Ofen, 1 Bessemerei, 25 Schmiedefeuern, 4 Dampf-, Luft- und Friktionshämmern.
Eine eigene normalspurige Bahn verbindet das Werk mit dem Bahnhof Neusalz, auf
der der Güterverkehr durch 2 Lokomotiven bewerkstelligt wird.
Die Erzeugnisse des Werkes, deren Absatz sich auf alle europäischen Länder, nach
Asien, Afrika und Amerika erstreckt, wurden auf 18 verschiedenen Ausstellungen prämiert.
Jüngst ist diesen Auszeichnungen die Staatsmedaille „Für gewerbliche Leistungen“ hinzu
getreten.
Auf dem Gebiet der Arbeiterfürsorge und -Wohlfahrt hat das Werk zu allen Zeiten
Hervorragendes geleistet.
ARBEITERWOHNHAUSKOLONIE. Dieselbe bildet eine freundliche, kleine Garten
stadt, der sich ein Erholungspark mit schönen Baumbeständen, mit sauber gehaltenen
gut gepflegten Wegen und Ruhebänken anschließt. Er wird auch von anderen Bewohnern
der an Naturschönheiten armen Stadt Neu
salz gern aufgesucht. Weitere
WOHNHÄUSER FÜR BEAMTE UND
ARBEITER liegen ebenfalls inmitten gärt
nerischer Anlagen.
BADEANSTALT. Eine gut eingerichtete
Badeanstalt mit Zellenbädern steht zur Be
nutzung.
SPEISEHÄUSER. Zwei helle, luftige
Speisehäuser gewähren Unterkunft zur Ein
nahme mitgebrachter Mahlzeiten.
KANTINE. Eine komfortabel ausgestat
tete Kantine liefert Mittagskost und sonstige
Speisen, sowie erfrischende Getränke unter
Selbstkostenpreisen. Eine