Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Farbenfabriken  vorm.  Friedr.  Bayer  &  Co.,  Leverkusen.  133*

Verkehrs  unter  den  Mitgliedern.  Die  Verfolgung  politischer  und  religiöser  Ziele  ist  ausgeschlossen. ­

GARTENBAUVEREIN.  Zweck  des  Vereins  ist  Förderung  des  Liebhaber-Gartenbaues,
insbesondere  des  Kleingartenbaues  in  den  Beamten-  und  Arbeiterkolonien  Leverkusen
und  Wiesdorf,  sowie  der  Eigenheimkolonie.  Der  Verein  unterhält  eine  sehr  ausgebreitete
Tätigkeit,  er  veranstaltet  Vorträge,  besorgt  Geräte,  Pflanzen  und  Sämereien,  hält  Kurse
ab,  besucht  berühmte  Gärtnereien,  veranstaltet  Pflanzenverlosungen  u.  dgl.  und  hat  sich
von  Anfang  an  als  sehr  nutzbringend  erwiesen.
Die  Firma  unterstützt  den  Verein  in  der  Weise,  daß  sie  einen  Jahresbeitrag  von  2  M.
pro  Mitglied  zahlt.  Dieser  Beitrag  soll  zum  Zwecke  der  Anschaffung  von  Obstbäumen,
Beerensträuchern,  perennierenden  Stauden  usw.,  die  unter  den  Mitgliedern  verlost  werden
sollen,  dienen,  und  zwar  unter  der  Bedingung,  daß  diese  Pflanzen  beim  Wegzug  in  den
betr.  Gärten  als  Eigentum  der  Firma  verbleiben.
Der  Verein,  der  Ende  1912  gegründet  wurde,  hatte  nach  dreimonatlichem  Bestehen
bereits  rund  400  Mitglieder.  Ihre  Zahl  ist  noch  fortwährend  im  Wachsen,  da  ja  jeder  Arbeiter ­
  und  Beamte,  der  in  einer  Fabrikwohnung  wohnt,  seinen  eigenen  Garten  hat.
Zu  diesen  Vereinen  kamen  ganz  kürzlich  noch  einige  Fachvereine,  die  im  Frühjahr  19x3
gegründet  wurden.  Es  sind  dies:  Heizerverein,  Elektrotechnischer  Verein,  Graphischer
Verein,  Verein  Schwefelsäure,  Fischereiverein.
Ferner  sind  in  gewisser  Weise  noch  das  in  Abteilung  I  behandelte  Beamtenkasino,
das  Gesellschaftshaus  und  das  Erholungshaus  hierin  zu  rechnen.
Die  genannten  Vereine  haben  neben  ihren  besonderen  Bestrebungen  noch  den  erfreulichen ­
  Vorteil,  daß  sich  die  besten  Elemente  der  Fabrik  in  ihnen  sammeln.  Sie  üben
auf  die  Werksangehörigen  einen  sehr  guten  Einfluß  aus,  stärken  das  Gefühl  der  Zusammengehörigkeit ­
  mit  der  Firma  und  heben  vor  allem  die  Geselligkeit  auf  ein  höheres  Niveau.
Daß  ihr  gesamter  Zuschnitt  die  öde,  sog.  „Vereinsmeierei“  ausschließt,  dürfte  aus  dem
Gesagten  zur  Genüge  hervorgehen.

IV.  Stiftungen.
A.  Stiftungen  zu  sozialen  und  gesundheitlichen  Zwecken.
DR.  HENRY  UND  ADELE  V.  BÖTTINGER-STIFTUNG  FÜR  ARBEITER.  Herr
Geh.  Regierungsrat  Dr.  v.  Böttinger,  Vorsitzender  des  Aufsichtsrats  der  Farbenfabriken,
hat  für  kranke,  insbesondere  skrofulöse  Kinder  von  Arbeitern  der  Farbenfabriken  ein  Kapital
gestiftet,  welches  gegenwärtig  rund  60  000  M.  beträgt  und  von  der  Firma  jährlich  mit  5  %
verzinst  wird.  Die  Zinsen  dienen  zur  Gewährung  von  Badekuren  in  Soolbädern  und  von
Milchkuren.
FRIEDRICH  BAYER-STIFTUNG  FÜR  BEAMTENFRAUEN  UND  -KINDER.  Herr
Geh.  Kommerzienrat  Friedr.  Bayer,  jetzt  stellvertretender  Vorsitzender  des  Aufsichtsrates ­
  der  Farbenfabriken,  hat  für  erkrankte,  in  der  Genesung  begriffene  und  erholungsbedürftige ­
  Frauen  und  Kinder  unterstützungsbedürftiger  Beamten  der  Farbenfabriken
ein  Kapital  von  40  000  M.  gestiftet,  das  von  der  Firma  jährlich  mit  5  %  verzinst  wird.  Die
Zinsen  dienen  zur  Aussendung  der  Frauen  und  Kinder  von  Beamten  in  Kurorte  und  Heilanstalten. ­

HERMANN  KÖNIG-STIFTUNG  FÜR  BEAMTENWITWEN.  Frau  Direktor  Hermann
König  hat  zum  Andenken  an  ihren  verstorbenen  Gemahl  zur  Unterstützung  hilfsbedürftiger
Witwen  von  Beamten  der  Farbenfabriken  ein  Kapital  von  25  000  M.  gestiftet,  das  von
der  Firma  jährlich  mit  5  %  verzinst  wird  und  durch  aufgelaufene  Zinsen  die  Höhe  von
29  300  M.  erreicht  hat.
            
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