136* Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., Leverkusen.
Stiftung der Herren Geh. Kommerzienrat Friedr. Bayer und Geh. Regierungsrat C. Duis-
berg — befinden sich ebenfalls auf dem unter Nr. 6 erwähnten 50 ha großen Wohlfahrts
gut Große Ledder.
Die Stiftung bezweckt den Bau von Ferienhäusern, die den verheirateten Beamten
und ihren Familien zum Aufenthalte, während ihres Urlaubs im Sommer und auch im Winter,
dienen sollen.
Zurzeit sind vorhanden: Ein mit Zentralheizung versehenes bergisches Doppelhaus
— das Anna- und Johanna-Haus -— mit je einer Küche, einem Wohn- und Eßzimmer
nebst Veranda und 3 bzw. 4 zweibettigen Schlafzimmern und 2 ebenso eingerichtete Einzel
häuser — das Schwarzwaldhaus und das Haus Thüringen — in ähnlicher Größe.
Außerdem haben die Farbenfabriken das altbergische Gutshaus erneuern und mit Einrich
tungen für 3 4 kleinere Familien und für einige unverheiratete Beamte herrichten lassen.
Die Häuser wurden zum ersten Male im Sommer 1912 kurz nach ihrer Einweihung
benutzt.
B. Stiftungen für Zwecke der Bildung und Unterhaltung.
C. DUISBERG-STIFTUNG ZUR VERANSTALTUNG EINES JUBILARFESTES. Herr
Geh. Regierungsrat Dr. C. Duisberg hat gelegentlich seines 25jährigen Dienstjubiläums
den damals bestehenden 7 Fabrikvereinen ein Kapital von 25 000 M. gestiftet. Dieses
Kapital wird von der Firma jährlich mit 5 % verzinst. Die Zinsen dienen zur Bestreitung
der Unkosten des Festes. Dasselbe wird zu Ehren der Beamten- und Arbeiter-Jubilare
jährlich im Herbst unter Mitwirkung sämtlicher Fabrikvereine im Erholungshaus in Wies-
dorf gefeiert, wobei den Jubilaren das vom Stifter bestimmte Erinnerungszeichen, für die
Beamten eine goldene Kravattennadel mit Fabrikmarke, für die Arbeiter ein silberner
Uhranhänger mit Fabrikmarke (Bayerkreuz), überreicht wird.
C. DUISBERG-PRÄMIENSTIFTUNG ZUR AUSSCHMÜCKUNG VON ARBEITER
WOHNUNGEN. Geh. Rat Duisberg stiftete bei seinem 25 jährigen Dienstjubiläum ein
Kapital von 30 000 M. für Prämien zur Ausschmückung von Arbeiterwohnungen. Dieses
Kapital wird von der Firma jährlich mit 5 % verzinst. Die Zinsen werden zur Beschaffung
der Prämien benutzt. Diese bestehen in Haushaltungs- und Ausstattungsgegenständen
aller Art und dienen dazu, die Wohnungen der Arbeiter in einfacher aber kunstvoller Weise
zu schmücken. Der Stifter hat hierzu in der Kolonie Wiesdorf eine Dreizimmerwohnung
mit schönen, haltbaren und preiswerten Möbeln sowie allen für eine Arbeiterfamilie er
forderlichen Hausgeräten und passenden Ausschmückungsgegenständen ausstatten lassen,
aus denen die Prämiierten sich die Gegenstände aussuchen können. Im Jahre 1912 wurde
die Musterwohnung um 3 weitere vermehrt und in einem neuen Musterhaus untergebracht.
Alle Werksangehörigen haben das Recht, die dort ausgestellten Einrichtungen zu besich
tigen und zu kaufen, wobei ihnen seitens der Firma sehr günstige Zahlungsbedingungen
gewährt werden.
C. DUISBERG-STIPENDIENFONDS FÜR SÖHNE VON BEAMTEN ZUM STUDIUM
DER CHEMIE. Geh. Regierungsrat C. Duisberg hat ferner bei seinem 25jährigen Dienst
jubiläum einen Stipendienfonds von 30 000 M. für die Söhne von Beamten der Farben
fabriken zum Studium der Chemie gestiftet. Dieses Kapital wird von der Firma jährlich
mit 5 % verzinst. Die Zinsen dienen zur Bestreitung der Stipendien, die in erster Linie
den Söhnen von Beamten der Firma zugute kommen sollen, die besondere Anlage für Chemie
haben, aber nicht im Besitz genügender Mittel sind.
WILLI GANSSER-STIFTUNG FÜR DIE JUGENDLICHEN TEILNEHMER DER
LEHRKURSE. Der verstorbene stellvertretende Direktor W. Gansser machte bei seinem
25jährigen Dienstjubiläum eine Stiftung von 5000 M., die von der Firma mit 5% verzinst
wird. Die Zinsen dienen alljährlich zur Abhaltung eines Prämienfestes für die jugendlichen
Teilnehmer der in der Abteilung III genannten Lehrkurse.