Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

*10*

i 4 7*

H.  Füllner,  Maschinenbauanstalt,
Warmbrunn  in  Schlesien.
Bau  sämtlicher  Maschinen  und  vollständiger  Einrichtungen
für  Papier-,  Karton-,  Pappen-,  Zelluloseund
  Holzstoff-Fabriken.
Der  gesunden  Entwicklung  des  Füllnerwerkes  entsprechen  auch  dessen  freiwillige
Einrichtungen  für  das  Gemeinwohl.  Der  alleinige  Inhaber  der  Firma,  Herr  Kgl.  Preuß.
Geh.  Kommerzienrat  Dr.-Ing.  h.  c.  Eugen  Füllner,  welcher  dem  deutschen  Papiermaschinenbau ­
  einen  ehrenvollen  Ruf  in  der  ganzen  Welt  sicherte,  hat  es  immer  als  eine  seiner
schönsten  Aufgaben  betrachtet,  für  seine  Beamten  und  Arbeiter  zu  sorgen.
ARBEITERUNTERSTÜTZUNGSKASSE.  Schon  vor  vielen  Jahren  wurde  eine  Arbeiterunterstützungskasse ­
  errichtet,  die  gegenwärtig  über  ein  Vermögen  von  52  000  M.
verfügt  und  die  alljährlich  weitere  Zuwendungen  von  der  Firma  bzw.  deren  Inhaber  empfängt. ­
  Eugen  Füllner  überwies  ihr  am  1.  April  1894:  3000  M.  aus  Anlaß  der  Wiederkehr
des  Tages,  an  dem  er  vor  25  Jahren  als  Lehrling  in  die  Fabrik  eingetreten  war,  1903:  5000  M.
anläßlich  seines  50.  Geburtstages  und  1913  an  seinem  60.  Geburtstage  noch  6000  M.  Aus
der  Unterstützungskasse  sind  bisher  an  Arbeiter  oder  deren  Frauen  17  000  M.  gezahlt  worden.
Es  wird  aber  besonders  auf  Kapitalzunahme  gesehen,  damit  bei  außergewöhnlichen  Ereignissen ­
  bittere  Not  abgewendet  werden  kann.
WEIHNACHTSPRÄMIEN.  In  Anbetracht  dessen,  daß  die  Fröhlichkeit  des  Weihnachtsfestes ­
  leicht  durch  Geldsorgen  gestört  werden  kann,  namentlich  für  den  Arbeiter,  weil  zu
dem  Ausfall  des  Arbeitsverdienstes  wegen  der  Feiertage  noch  die  Kosten  für  Weihnachtsgeschenke, ­
  Winterkohlen  und  Neujahrsmiete  hinzukommen,  hat  die  Firma  den  Arbeitern
seit  dem  Jahre  1896  besondere  Weihnachtsprämien  ausgezahlt.  Dieselben  betrugen  bis  zum
Jahre  1912:  203  972  M.  In  ähnlicherWeise  wurden  von  1892  1912  an  Beamte  415  260  M.
Tantieme  und  Gratifikationen  gezahlt.
Treue  Mitarbeit  wird  vom  Firmeninhaber  besonders  gewürdigt  und  dadurch  ausgezeichnet, ­
  daß  jeder  Arbeiter  oder  Beamte  nach  2ojähriger  Tätigkeit  eine  goldene
Uhr  mit  Widmung  und  nach  vollendeten  25  Arbeitsjahren  eine  goldene  Uhrkette  erhält.
Bisher  ist  die  Auszeichnung  mit  einer  Uhr  49
Arbeitern  und  5  Beamten  verliehen  worden,
die  Kette  konnte  17  Arbeitern  und  3  Beamten ­
  als  Jubiläumsgeschenk  überreicht  werden.
BEAMTENPENSIONSFONDS.  Ein  Beamtenpensionsfonds ­
  wurde  gelegentlich  des
50  jährigen  Bestehens  der  Firma  geschaffen,
der  1912:  70000  M.  betrug.  Dieser  Pensionsfonds ­
  wurde  von  Herrn  Geheimrat  Dr.-Ing.
Füllner  anläßlich  seines  60.  Geburtstages  am
14.  Februar  1913  infolge  des  in  Kraft  getretenen ­
  Angestellten-Versicherungsgesetzes  in
eine  „Eugen-Füllner-Stiftung“  umgewandelt. ­
  Diese  Stiftung  soll  hauptsächlich
den  staatlich  nicht  pensionsberechtigten  Be-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.