Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Hoffmann’s  Stärkefabriken,  Aktiengesellschaft,  Salzuflen.

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Zuwendung.  Für  diese  Mehrleistung  der  Kasse  zahlte  die  Firma  außer  ihren  gesetzlichen ­
  Leistungen  einen  jährlichen  freiwilligen  Zuschuß  von  8000  M.
Reservefonds.  Durch  diese  freiwilligen  Zuschüsse  der  Firma,  die  sich  bislang  insgesamt ­
  auf  die  Summe  von  109000  M.  belaufen,  konnte  der  Reservefonds  der  Kasse  über  die
gesetzlich  erforderliche  Höhe  erhalten  werden.  Er  beträgt  nach  dem  letzten  Rechnungsabschlüsse ­
  42  300  M.
SPEISESÄLE  USW.  Es  sind  2  geräumige  Speisesäle  errichtet,  in  denen  die  Arbeiter
ihre  Mahlzeiten  einnehmen  und  sich  in  den  Arbeitspausen  aufhalten  können.
KÜCHE.  Mit  den  Speisesälen  ist  eine  Küche  verbunden,  in  der  für  10  Pf.  ein  gutes
Mittag-  und  Abendessen  verabreicht  wird.
KONSUMANSTALT.  In  der  Konsumanstalt  werden  Lebensmittel  und  Viktualien
von  nur  bester  Beschaffenheit  abgegeben,  auch  ist  eine  Kantine  damit  verbunden,  in  der
v 5  Liter  gutes  Bier  für  5  Pf.  und  V 4  Liter  Milchkaffee  für  1  Pf.  verabreicht  werden.
JUBILÄUMSSTIFTUNG.  Zum  50jährigen  Bestehen  der  Fabrik  (29.  September  1900)
stiftete  der  Aufsichtsrat  der  Firma  50  000  M.,  von  deren  Zinsen  Arbeiter,  die  über  20  Jahre  in
der  Fabrik  tätig  gewesen  sind,  alljährlich  am  Jubiläumstage  eine  Belohnung  erhalten  sollen.
Die  Stiftung  ist  in  den  letzten  Jahren  auf  80  000  M.  erhöht  worden.  Im  Jahre  1912  kamen
4291  M.  zur  Verteilung  und  zwar  an:
134  Personen  mit  30jähriger  Dienstzeit  2814  M.
61  „  „  25  „  „  854  „
89  >>  >>  20  ,,  ,,  623  ,,
ALTERSZULAGEN.  Seit  1903  erhalten  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  eine  Alterszulage,
die  alljährlich  am  1.  April  und  1.  Oktober  zur  Auszahlung  gelangt.  Dieselbe  beträgt  nach
5jähriger  Arbeitsdauer  15  M.  und  steigt  von  5  zu  5  Jahren  bis  zum  Betrage  von  50  M.
Im  Jahre  1912  kamen  16  700  M.  zur  Verteilung.
WEIHNACHTSGABE.  Sämtliche  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  erhalten  ein  Weihnachtsgeschenk. ­
  Für  verheiratete  Arbeiter  beträgt  dasselbe  im  ersten  Arbeitsjahre  4,50  M.  und
steigt  für  jedes  weitere  Arbeitsjahr  um  50  Pf.  Die  letzte  Weihnachtsgabe  betrug  7600  M.
VERGÜTUNG  BEI  MILITÄRISCHEN  ÜBUNGEN.  Den  zu  militärischen  Übungen  einberufenen
  verheirateten  Arbeitern  wird  der  halbe  Lohn  für  die  Dauer  der  Übung  weitergezahlt.
VERSCHIEDENES.  Badeanstalt.  Die  Badeanstalt  steht  sämtlichem  Personal
der  Fabrik  zur  freien  Verfügung.  Es  sind  6  Wannen-  und  2  Brausebäder  vorhanden.  Im
Jahre  1912  wurden  7863  Bäder  verabreicht.
Nähschule.  Für  die  jugendlichen  Arbeiterinnen  wird  in  den  Monaten  Oktober
bis  April  ein  Kursus  veranstaltet,  in  dem  sie  Hand-  und  Maschinennähen,  sowie  weibliche
Handarbeiten  erlernen  können.  Dieser  Kursus  wird  von  Damen  des  Vaterländischen  Frauenvereins ­
  und  von  Schwestern  des  Roten  Kreuzes  geleitet.
Büchersammlung.  Die  Büchersammlung  enthält  1950  Bände.  Die  Firma  gibt
in  jedem  Jahre  eine  größere  Summe  für  Neuanschaffungen.  Es  werden  durchschnittlich
im  Jahre  4200  Bände  ausgegeben.
Gesangverein  und  Musikkapelle.  Ein  Gesangverein,  50  Personen  stark,  übt
jede  Woche  2  Stunden;  ebenfalls  die  aus  22  Mann  bestehende  Musikkapelle.  Instrumente,
Noten  und  Liederbücher  werden  von  der  Firma  geliefert.
Wald  fest.  Bei  schönem  Wetter  wird  im  Sommer  ein  Waldfest  veranstaltet,  an
dem  sich  das  gesamte  Personal  mit  seinen  Angehörigen  beteiligt.  Mit  der  Fabrikkapelle
voran  geht  es  in  den  Wald  hinaus,  wo  musiziert,  gesungen,  getanzt  wird  und  sonstige  Belustigungen ­
  stattfinden.  Für  die  leibliche  Verpflegung  wird  von  der  Firma  Sorge  getragen,
auch  wird  der  volle  Lohntag  bezahlt.
            
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