Full text: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Waffenfabrik Mauser, A.-G., Oberndorf am Neckar (Württemberg). 
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und 23 kaufmännischen Beamten im ganzen 2770 Arbeiter beschäftigt. Von diesen waren 
37.7 % Berufsarbeiter, 20,3 % Handwerker, die als Maschinenarbeiter verwendet wurden, 
36.8 % Tagelöhner und 3,2 % Lehrlinge. 59 % waren unverheiratet, 41 % verheiratet mit 
3463 Kindern, von denen 1052 der Schulpflicht genügt hatten. Von den Arbeitern waren 
ferner 706 = 25,4% Hausbesitzer mit 1086 Stück Vieh, 618 Schweinen und 3211 Morgen 
(1012 ha 10 a) Grundbesitz. Die Hausbesitzer verteilen sich zum größten Teil auf 
die Oberämter Oberndorf (313) und Sulz (311), die übrigen auf die Oberämter Rottweil 
(36), Horb (23), Freudenstadt (4) und Haigerloch. 
Geht man nun davon aus, daß die aus einem Ort an der Bahn Rottweil—Horb in einer 
Entfernung von etwa 13 km oder aus einem etwa 7,5 km von Oberndorf entfernt stam 
menden Arbeiter nachts in ihr Heim zurückkehrten, so befanden sich von den 2770 Arbeitern 
1907 rund 74% in dieser Lage. Dem Alter nach zählten 770 Arbeiter unter 20 Jahre, 
1506 standen im Alter von 21—40, 438 in dem von 41—60, 54 in dem von 61—70 Jahren, 
2 zählten über 70 Jahre. 
Den Arbeitern dienen nun folgende Wohlfahrtseinrichtungen der Fabrik: 
WOHNHÄUSER. 9 Wohnhäuser befinden sich zwischen dem Äußeren und Unteren 
Werk, ferner dient der „Alte Schwane“ und ein Gebäude in der Mauserstraße den Wohn- 
bedürfnissen der Arbeiterschaft, welcher in diesen Häusern 
22 Wohnungen zu 2 Zimmer zu 125 M. für das Jahr 
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im ganzen also 50 Familienwohnungen mit 138 Zimmern zu ermäßigten Preisen zur Ver 
fügung stehen. Jede Wohnung hat Küche, Bodengelaß, Kellerraum und Holzplatz, jedes 
Haus ferner eine gemeinschaftliche Waschküche. Die Kinder gehen in Oberndorf zur 
Schule. Diese Wohnungen sind erklärlicherweise von den Familien der Stammarbeiter 
bezogen. 
ARBEITERHERBERGE. Für die ledigen Arbeiter hat die Fabrik eine Arbeiter 
herberge geschaffen. Sie bot früher 500 Arbeitern Unterkunft, deren Zahl aber mangels 
genügender Benützung und wegen Einrichtung einer Badeanstalt in ihr beschränkt werden 
mußte. Die Herberge enthält jetzt 51 Zimmer mit 240 Betten und 5 gemeinschaftliche 
Waschräume. Sie hat sich bisher als ausreichend erwiesen, jedoch ist auch Vorsorge zur 
Unterbringung weiterer Arbeiter getroffen. 
BADEANSTALT. Die unter Aufsicht eines besonderen Bademeisters stehende, bereits 
erwähnte Badeanstalt enthält 13 Kabinen für Wannenbäder und eigene Einrichtungen 
für unentgeltliche Dampf- und medizinische Bäder. Eines wie starken Zuspruchs sich diese 
Einrichtung erfreut, mag daraus ersichtlich sein, daß in den Jahren 1904—1911 im ganzen 
102 150 Bäder, und zwar 76 903 gewöhnliche und 25 147 besondere verabreicht wurden, 
so daß auf das Jahr durchschnittlich 14 578 und auf den Tag 48,5 Bäder kommen. Das 
wachsende Bedürfnis der Arbeiter kennzeichnet sich in der Tatsache, daß sich die Inanspruch 
nahme in steigenden Prozentzahlen zur Arbeiterzahl bewegt; daß die Einrichtung aber
	        
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