Metadata : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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H.  Mundlos  &  Co.,
Original-Victoria-Nähmaschinenfabrik.
Inhaber:  H.  Mundlos  &  R.  Arendt.
Magdeburg.
Von  jeher  ist  es  das  Bestreben  der  Firmeninhaber  gewesen,  einen  Stamm  guter  und
zuverlässiger  Arbeiter  heranzuziehen.  Deshalb  wird  auch  alles  getan,  um  der  Arbeiterschaft ­
  angenehme  Arbeiterstätten  zu  schaffen  und  die  Arbeit  in  jeder  Weise  zu  erleichtern.
Die  Anerkennung  für  die  langjährigen  treu  geleisteten  Dienste  bleibt  nicht  aus;  denn
bisher  wurden  jedem  Arbeiter  nach  einer  ununterbrochenen  25jährigen  Tätigkeit
als  Geschenk  eine  goldene  Uhr  nebst  Kette,  sowie  ein  Sparkassenbuch  über  einen
Betrag  von  500  M.  überreicht,  eine  Summe,  die  in  besonderen  Fällen  auch  auf  750  M.  und
1000  M.  erhöht  worden  ist.  Der  Gesamtbetrag  der  überreichten  Sparkassenbücher  allein
beläuft  sich  bis  jetzt  auf  21  750  M.
UNTERSTÜTZUNG  UND  BEIHILFE.  Wo  die  Bedürftigkeit  und  Not  es  erforderten,
da  wurde  auch  nicht  mit  Unterstützungen  und  Beihilfen  zurückgehalten,  und  sie  sind
regelmäßig  sowohl  an  Arbeiter  als  auch  an  Arbeiterwitwen  gezahlt  worden.  Seit  dem
Jahre  1905  wurden  für  derartige  regelmäßige  Unterstützungen  8500  M.  auf  gewendet.
UNTERSTÜTZUNGSKASSE.  Neuerdings  sind  diese  Unterstützungen  jedoch  in  festere
Formen  gekleidet  worden.  Durch  den  kürzlich  ins  Leben  gerufenen  Werkverein,  dem  ungefähr ­
  3 / 4  der  gesamten  Arbeiterschaft  angehören,  und  der  ein  friedliches  Zusammenarbeiten
der  Arbeitnehmer  mit  den  Arbeitgebern  anstrebt,  hat  sich  die  Firma  veranlaßt  gesehen,
diese  Bestrebungen  zu  fördern  und  in  jeder  Weise  zu  unterstützen.  Für  die  im  Werkverein ­
  geschaffene  Unterstützungskasse  gewährt  die  Firma  einen  jährlichen  Zuschuß
von  2000  M.,  die  für  besondere  Zuwendungen  bei  Krankheits-  und  Todesfällen
verwendet  werden  sollen.  Außerdem  ist  noch  der  neugegründeten  Krankenhilfskasse
ein  Garantiefonds  von  3000  M.  zur  Verfügung  gestellt.
MUNDLOS-ARENDT-STIFTUNG.  Neben  diese  Einrichtung  ist  aber  bald  eine  andere
gestellt  worden,  die  allen  in  der  Fabrik  Beschäftigten  zum  Nutzen  gereichen  soll.  Anläßlich ­
  des  50  jährigen  Geschäftsjubiläums  wurde  von  den  Inhabern  der  Firma,  Herrn  Heinrich ­
  Mundlos  sen.  und  Herrn  Stadtrat  Rudolph  Arendt,  ein  Betrag  in  Höhe  von  50  000  M.
gestiftet,  von  dessen  Zinsen  hilfsbedürftigen,  nicht  mehr  arbeitsfähigen  Beamten  und
Arbeitern  Unterstützungen  gewährt  werden  sollen;  diese  Stiftung  trägt  den  Namen  Mundlos-Arendt-Stiftung. ­
  Möge  sie  dazu  beitragen,  den  in  Not  geratenen  Angestellten
den  Lebensabend  zu  erleichtern.
            
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