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Kantine und Badeanstalt.
Arbeiterwohnhäuser.
Papierfabrik Baienfurt, A.-G.
Die Papierfabrik Baienfurt A.-G. wurde im Jahre 1872 gegründet und beschäftigt
heute 380 Arbeiter, 20 Beamte und Meister. Von jeher war sie bestrebt, ein patriarchalisches
Verhältnis zwischen Leitung und Arbeiterschaft zu pflegen. Dies ist ihr auch gelungen,
so daß sie heute über einen in jeder Beziehung zuverlässigen, anhänglichen Arbeiterstamm
verfügt, der unzufriedenen Elementen kein Aufkommen gestattete.
PRÄMIEN. Lange Dienstzeit wird durch Prämien anerkannt. Die Prämie beträgt
bei zehnjähriger Arbeitszeit für männliche Arbeiter jedes Jahr 20 M., für weibliche 10 M.
In ihrem Genuß stehen gegenwärtig 105 Männer und 12 Frauen.
Bei 25jähriger Dienstzeit wird ein Diplom mit einer Ehrengabe von 100 M.
an männliche und 50 M. an weibliche Arbeiter verabreicht.
Inhaber solcher Diplome sind unter unserer heutigen Arbeiterschaft 25 Männer und
2 Frauen.
FABRIKFEST. Zur Pflege eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Direktion,
Beamten und Arbeitern wurde früher jährlich einmal das sog. „Fabrikfest“ gefeiert,
zu dem neben den Familien der Beteiligten auch dem Betrieb nahestehende Personen geladen
wurden.
WEIHNACHTSGESCHENK. So günstig dieses Familienfest zum guten Einvernehmen
beitrug, so hat doch die Direktion erkannt, daß eine Gabe in Form eines Weihnachtsgeschenkes
von größerem Nutzen wäre. Wir haben deshalb mit dem System des Fabrikfestes
gebrochen. Seit 2 Jahren reichen wir allen Arbeitern ohne Ausnahme ein Weihnachtsgeschenk,
wobei Verheiratete und kinderreiche Familien besonders berücksichtigt
werden.
KLEINKINDERSCHULE. Zur Unterstützung unserer Arbeiterfamilien haben wir in
Gemeinschaft mit der Ortsgemeinde eine von Ordensschwestern geleitete Kleinkinderschule
gegründet, die gegenwärtig von ca. 100 Arbeiterkindern besucht wird. Sämtliche Arbeiterkinder
sind vom Schulgeld befreit, außerdem veranstaltet die Fabrik alljährlich eine Weihnachtsbescherung
für sie.