Portland-Cement-Werke Heidelberg und Mannheim, A.-G., Heidelberg. 281*
Kantinen werden Fabrikangehörigen Speisen und Getränke gegen mäßige Preise verabfolgt.
Im Sommer werden Kaffee und selbstbereitetes Sodawasser in den Fabrikräumen unentgeltlich
abgegeben.
Daß diese Einrichtung Beifall findet, beweist der ziemlich bedeutende Verbrauch.
ARBEITERGESANGVEREIN. Auch zur Förderung und Pflege des geselligen Verkehrs
unter den Arbeitern, zu ihrer geistigen Fortbildung und Lebensfreude sind Einrichtungen
getroffen. Zunächst ist in dieser Beziehung ein Arbeitergesangverein zu erwähnen,
dem Arbeiter aus den verschiedenen Betriebsabteilungen des Werkes in Leimen als Mitglieder
angehören. Ferner besteht ein
SCHÜTZENVEREIN, der sich zwar in der Hauptsache aus Beamten des Werkes zusammensetzt,
dem aber auch Arbeiter als Mitglieder beitreten können.
KNAPPENVEREIN. Vor einiger Zeit erfolgte auch die Gründung eines Knappenvereins
für die Bergarbeiter der dem Werke gehörenden Kalksteinbrüche.
FABRIKFEUERWEHR. Die Fabrikbauten des Werkes sind mit wenigen Ausnahmen
vollständig in Eisen und Beton ausgeführt, so daß an den Ausbruch eines Feuers kaum
gedacht zu werden brauchte. Als aber vor einigen Jahren ein Teil eines benachbarten
größeren, hölzernen Schuppens infolge Selbstentzündung gelagerter Kohle ein Raub der
Flammen wurde, ist sogleich die Gründung einer Fabrikfeuerwehr in die Wege geleitet
worden.
Endlich soll noch eine Einrichtung des Werkes Erwähnung finden, die sich als eine
besonders wohltätige erwiesen hat.
ARBEITERAUSSCHUSS. In der Erkenntnis der Tatsache, daß eine regelmäßige,
offene Aussprache zwischen der Fabrikleitung und Vertretern der Arbeiterschaft das beste
Mittel ist, einmütiges Zusammenwirken zwischen beiden Teilen herbeizuführen, wurde
vor einigen Jahren ein besonderer Arbeiterausschuß gebildet.
Die Zusammensetzung desselben erfolgt in der Weise, daß bei Beginn des Jahres für
etwa je 50 Arbeiter eines Betriebszweiges durch geheime, direkte Wahl aller Arbeiter (jeder
Arbeiter ist verpflichtet, seinen Wahlzettel abzugeben) für jede Abteilung ein Vertreter
gewählt wird. Der Arbeiterausschuß tritt regelmäßig mindestens einmal im Monat mit
der Fabrikleitung zusammen, um etwa vorhandene Mißstände, Wünsche oder Beschwerden
vorzubringen und Angelegenheiten der Arbeiter zu besprechen.
ARBEITERFESTHALLE. Um den Arbeitern und ihren Familien in dem kleinen
Orte Leimen einen schönen und zweckmäßigen Sammelpunkt zu schaffen, ist eine große
Arbeiterfesthalle aus Eisenbeton erbaut worden, in der aus den Zinsen eines Kapitals von
20 000 M., von einem Vorstandsmitglied gestiftet, fast jeden Sonntag Vorträge und Aufführungen
unterhaltender und belehrender
Art veranstaltet werden, die
sich eines sehr regen Zuspruches erfreuen.
Der Saal bietet Sitzplätze für
etwa 2000 Personen. Zur Festhalle
gehört eine Küche, die gleichzeitig als
Lehrküche für Arbeitertöchter dient,
eine Bücherei mit Lesezimmer und
Billard, ein Zimmer für eine Kleinkinderschule
und eine gut eingerichtete
Bühne mit Lichtbilderapparat
und Kinematograph. Der Arbeitergesangverein
unterstützt die geselligen
Zusammenkünfte durch vierstimmigen
Männergesang. Die Überschüsse
aus gelegentlichen Eintrittsgeldern
Arbeiter-Festhalle in Leimen.