Full text: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

312* 
Verwaltungsgebäude (auch für die Wohlfahrtseinrichtungen). 
Schultheiß’ Brauerei 
Berlin. 
Die Schultheiß’ Brauerei, die im Jahre 1842 gegründet, 1871 in eine Actien-Gesell- 
schaft umgewandelt wurde, ist mit einer Jahresproduktion von über 1 600 000 Hektoliter 
das größte Brauereiunternehmen des europäischen Kontinents. Sie besitzt 5 verschiedene 
Brauereibetriebe, 2 besondere Malzfabriken und 80 über Nord- und Mitteldeutschland 
verbreitete Niederlagen. Die Gesellschaft beschäftigt 3275 Beamte und Arbeitnehmer, 
unterhält einen Fuhrpark von 1220 Pferden und zahlt an Staats-, Kreis- und Gemeinde 
steuern derzeit rund 7000000 M. im Jahre. 
Die Wohlfahrt ihrer Angestellten und Arbeitnehmer hat sich die Schultheiß’ Brauerei 
von jeher besonders angelegen sein lassen, und vieles von dem, was in den letzten Jahr 
zehnten auf dem Gebiete der Arbeiterfürsorge zum Gegenstand der Gesetzgebung geworden 
ist, wie z. B. Erlaß von Arbeitsordnungen, Bildung von Arbeiterausschüssen, Unfallver 
hütungsvorschriften, Bestimmungen über Sonntagsruhe, Krankenunterstützung, Regelung 
von Tag- und Nachtarbeit, Pensionsversicherung der Angestellten u. dgl. mehr, hat sie 
längst vordem aus eigener Initiative in ihren Betrieben eingeführt. Wir geben hier eine 
kurze Beschreibung der für die Angestellten, Arbeitnehmer und deren Familien geschaffenen 
Kassen- und sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen. 
Kasseneinrichtungen. 
Die SPARKASSE ist eine lediglich dem Vorteile der Angestellten und Arbeitnehmer 
gewidmete Einrichtung, es werden daher nur von Personen, die bei der Gesellschaft be 
schäftigt sind, Einlagen angenommen, und auch nur insoweit, als solche nachweislich aus 
dem bei der Gesellschaft verdienten Gehalte, Lohn, Gratifikationen usw. nach Bestreitung 
des Lebensunterhaltes für den Einleger und seine Familie erspart worden sind. Von einer 
Person dürfen im Laufe eines Monats nicht mehr als 50 M. und überhaupt nicht mehr als 
3000 M. eingezahlt werden. Die Spargelder werden mit 4 % jährlich verzinst. 
Um nun die bei der Gesellschaft tätigen Angestellten und Arbeitnehmer mit ihren 
Ersparnissen an dem Ertrage des Unternehmens zu beteiligen, wird ihnen außer den ge-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.