Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

E.  Schwenk,  Zement-  und  Steinwerke,  Ulm  a.  D.

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und  gesunden  Arbeitsräumen  für  die  kaufmännischen  und  technischen  Bureaux  erbaut  ist,
welches  auch  noch  6  besonders  schöne  Beamtenwohnungen  mit  Nutz-  und  großem  Ziergarten ­
  enthält.
ARBEITERUNTERSTÜTZUNGSKASSE.  Zur  Begründung  der  schon  erwähnten  Arbeiterunterstützungskasse ­
  hat  der  Inhaber  der  Firma,  Herr  Kommerzienrat  C.  Schwenk,
eine  Stiftung  von  5000  M.  gemacht,  die  inzwischen  mit  Zinsen  und  den  in  sie  fallenden
Strafgeldern  u.  dgl.  auf  etwa  8000  M.  angewachsen  ist.  Jährlich  kommen  hieraus  an  bedürftige ­
  Arbeiter  oder  deren  Hinterbliebene  etwa  500  M.  zur  Verteilung.  An  sämtliche
Arbeiter  und  Angestellte  werden  jährlich  beträchtliche
WEIHNACHTSGESCHENKE  verteilt,  deren  Höhe  sich  auch  hauptsächlich  nach
der  Dienstzeit  richtet.
PENSIONSFONDS.  Zur  Schaffung  eines  Pensionsfonds  hat  der  Alleininhaber  der  Firma
E.  Schwenk,  Herr  Kommerzienrat  Carl  Schwenk,  erst  jüngst  eine  Stiftung  von  100  000  M.
gemacht;  der  Pensionsfonds  hat  den  Zweck,  in  erster  Linie  als  Zulagekasse  zur  Ergänzung
der  Leistungen  des  Angestellten-Versicherungsgesetzes  zu  dienen,  während  der  gesetzlichen
Wartezeit  im  Bedarfsfälle  Gratialien  zu  geben,  daneben  eine  entsprechende  Fürsorge  für
diejenigen  Beamten  zu  gewähren,  welche  infolge  Alters  oder  Überschreitung  der  Gehaltsgrenze ­
  von  5000  M.  nicht  unter  das  Angestelltengesetz  fallen;  schließlich  aber  auch  Renten
an  bedürftige  langjährige  Arbeiter  der  Firma  bzw.  an  deren  Hinterbliebenen  aussetzen  zu
können.  Dem  Pensionsfonds  werden  auch  noch  jährliche  Zuwendungen  zugeführt  werden.
SPARKASSE.  Zur  Anregung  des  Sparsinns  unter  der  Arbeiterschaft  besteht  eine
eigene  Sparkasse  für  beliebige  Einlagen,  die  gut  verzinst  werden,  ohne  daß  übrigens  die
Benützung  dieser  Einrichtung  vollauf  befriedigen  könnte.  Einzelne  notwendige  Bedarfsartikel, ­
  wie  vor  allem  Brennmaterial,  erhalten  die  Arbeiter  jederzeit  zum  Selbstkostenpreis; ­
  andere  Artikel,  wie  z.  B.  Kartoffeln,  werden  nur  in  teueren  Jahrgängen  en  gros  eingekauft ­
  und  wieder  zum  Selbstkostenpreis  abgegeben.
LEHRMITTEL.  Wie  auf  das  leibliche  Wohl,  so  sucht  übrigens  die  Firma  E.  Schwenk
auch  auf  das  geistige  und  sittliche  Wohl  ihrer  Arbeiter  durch  entsprechende  Einrichtungen
günstig  einzuwirken.  Diesem  Streben  dient  insbesondere  die  unentgeltliche  Abgabe
von  Lehrmitteln,  Büchern  und  Schreibmaterialien  an  die  Arbeiterkinder  der  Volksschule, ­
  Beiträge  an  Kleinkinderschulen,  durch  welche  deren  freier  Besuch  den  Arbeiterkindern ­
  gewährleistet  wird,  ebensolche  Beiträge  an  die  Industrieschule  in  Allmendingen,
wodurch  der  Besuch  dieser  Ortsanstalt  für  die  Arbeiterkinder  gleichfalls  frei  wird,  Beiträge ­
  für  die  ständigen  Ortskrankenschwestern,  welche  den  Arbeitern  vorkommendenfalls
als  Krankenpflegerinnen  kostenlos  zur  Verfügung  stehen,  Errichtung  von  Spielplätzen
u.  dgl.  m.  Diese  Wohlfahrtseinrichtungen  sind  je  nach  dem  Orte,  an  welchem  sich  das
einzelne  Werk  befindet,  verschieden  gehalten.
Schließlich  sei  noch  erwähnt,  daß  die  eigene  Fabrikkrankenkasse  der  Firma  ihre
Leistungen  weit  über  das  Pflichtmaß  ausgedehnt  hat  und  vor  allem  auch  an  Familienangehörige ­
  der  Arbeiter  freien  Arzt  und  freie  Arznei  und  sonstige  Heilmittel  gewährt.
Die  Gewährung  von  Urlaub  unter  Fortzahlung  des  Gehalts,  wie  sie  für  Beamte,  Angestellte ­
  und  Aufseher  der  Firma  besteht,  ist  auf  die  Arbeiter  noch  nicht  ausgedehnt.
            
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