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Stärke der Nach der Volkszählung von 1910 sind die Sprachen
Sprachen unseres Landes in folgendem Verhältnis vertreten *:
Deutsche Sprache =2599154 — 69 °/o
Französische Sprache = 796244 = 21,2o/o
Italienische Sprache = 301325= 8 °/o
Romanische Sprache = 39834 = 1,1 o/o
Andere Sprachen = 28445= 0,7°/o
Mundarten Die Welschschweizer bedienen sich fast durchwegs
der Schriftsprache; die alte Mundart, das patois, ist
im Neuenburgischen nahezu vergessen; dagegen ist es im
Gros de Vaud und im Kanton Freiburg noch verbreitet.
Die Tessiner sprechen italienische Dialekte. Ebenso sind
in der deutschen Schweiz die verschiedenen alemannischen
Mundarten zu Stadt und Land die Umgangssprache ge
blieben. Infolge der Volksvermischung und der wachsenden
Zahl der Ausländer haben die heimischen Mundarten,
besonders in den Städten und den verkehrsreichen Ge
genden, viel von ihrer Kraft und Ursprünglichkeit ein
gebüßt. Durch Vorträge und literarische Werke sucht man
jetzt überall den Sinn für die reichen Schätze der Mundart
zu wecken, und zu retten, was davon noch vorhanden ist.
Glaubens- Glaubensbekenntnis. Ist unserem Lande
bekenntnis glücklicherweise ein Sprachenstreit erspart geblieben, so
hat es Jahrhunderte lang umso schwerer unter den
Glaubenskämpfen gelitten. Andere Fragen und Aufgaben
haben in der neuesten Zeit den religiösen Zwist in den
Hintergrund gedrängt und die Gegensätze stark gemildert;
immerhin ist die Spannung nicht überall ganz gewichen.
Verhältnis der Die Volkszählung von 1910 unterscheidet nach dem
Konfessionen Glaubensbekenntnis:
Protestanten
Katholiken
Juden
Andere oder keine Konfession
2108590 = 56 o/o
1590792 = 42,20/0
19023= 0,5»/»
46597 = 1,3cho
1 Für Einzelangaben siehe Sprachentabelle im Anhang.