fullscreen : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Truppen.  Frankreich  wird  darin  als  eine  befreundete  und  alliierte
Macht  bezeichnet 113 .
Dem  Kurfürst  war  schon  längst  bange  geworden.  Im  Juni
des  Jahres  1807  hatte  er  in  Itzehoe  eine  anonyme  Anzeige  erhalten,
wonach  die  Franzosen  die  Absicht  hatten,  ihn  durch  eine  Kavallerieabteilung ­
  aufzuheben.  Die  Anzeige  erwies  sich  als  grundlos,  doch
waren  solche  Dinge  stets  geeignet,  den  Kurfürsten  ängstlich  zu
machen.  Er  fürchtete  eines  Tages  eine  ähnliche  Überraschung  zu
erleben  wie  am  1.  November  1806  in  Kassel.  Damals  hatte  er
wenigstens  die  Möglichkeit  gehabt,  seine  Person  durch  die  Flucht
zu  retten.  Wurde  er  jetzt  in  Holstein  überrascht,  so  war  ein  Entweichen ­
  so  gut  wie  ausgeschlossen.
Auch  dem  dänischen  Hof  konnte  der  weitere  Aufenthalt  des
Kurfürsten  nicht  erwünscht  sein.  Die  verwandtschaftlichen  Beziehungen ­
  hatten  den  Kurfürsten  veranlaßt,  seine  Zuflucht  in
Dänemark  zu  suchen.  Beim  dänischen  Königshaus  aber  mußten
die  Familienrücksichten  hinter  die  politischen  treten.  Auch  war
der  Prinzregent  ängstlich  und  suchte  alles  Aufsehen  zu  vermeiden.
Er  duldete  den  Kurfürsten,  war  aber  von  vornherein  keineswegs
entzückt  von  seiner  Anwesenheit 114 .  Daher  kam  es,  daß  der
Kurfürst  in  Rendsburg  sich  mit  der  Parterrewohnung  eines  kleinen
Hauses  begnügen  mußte,  obgleich  mehrere  Schlösser  in  Holstein
zur  Verfügung  standen.  In  Itzehoe  mußte  er  sich  um  den  doppelten
Preis  ein  Haus  kaufen  und  war  jedem  Angriff  von  außen  ausgesetzt,
ohne  Wache  und  ohne  Schutz.  Er  konnte  also  auch  aus  diesem
Grunde  leicht  gefangen  genommen  werden,  und  so  entschloß  er
sich  denn,  das  dänische  Gebiet  unter  einem  falschen  Vorwand
zu  verlassen  und  sich  nach  Österreich  zu  begeben 115 .  An  Österreich ­
  hatte  er,  wie  es  scheint,  schon  früher  gedacht.  Zwar  glaubte
er  anfangs,  daß  die  Franzosen  recht  bald  wieder  aus  seinem  Lande
vertrieben  würden.  Da  er  aber  trotzdem  in  den  ersten  Monaten
des  Jahres  1807  seinen  Wohnsitz  immer  weiter  nach  Süden  verlegte, ­
  so  deutet  das  darauf  hin,  daß  er  von  vornherein  damit
rechnete,  gegebenenfalls  nach  Österreich  zu  wandern.  Im  Falle
dringender  Gefahr  würde  er  damals  das  Kistendepot  in  Itzehoe
selbst  mitgeführt  haben,  das  Gottorfer  Depot  hätte  der  Hauptmann
Mensing  nachschaffen  müssen.  Es  kam  indes  anders.  Mensing
mußte  seine  Station  in  Wüster  auf  Befehl  des  Kurfürsten  wieder
verlassen,  um  sich  nach  Hessen  zu  begeben,  man  weiß  nicht  warum.
            
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