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Die Alpenkantone sind überwiegend katholisch, das
Mittelland und der Jura zur Mehrheit protestantisch.
Die lebhafte Volksvermischung hat auch die Glaubens
bekenntnisse durcheinander gemengt. Heute gibt es kaum
mehr rein protestantische oder katholische Gegenden; zur
herrschenden Konfession gesellt sich immer eine mehr oder
weniger ansehnliche Minderheit von Andersgläubigen!
In industrie- und verkehrsreichen Gebieten ist die Mischung
besonders weit vorgeschritten. Die protestantische Stadt
Zürich zählt 31 °/o Katholiken; ebenso weist Basel eine
starke katholische Minderheit auf. Im Lande Calvins,
im Kanton Genf, haben infolge der Einwanderung aus
Frankreich die Katholiken sogar die Mehrheit erlangt.
Dagegen wohnen viele Protestanten in den katholischen
Städten Luzern und Solothurn. Die als protestantisch
geltende Westschweiz beherbergt heute neben 525000 Prote
stanten 460000 Katholiken.
Die Juden verlassen mehr und mehr die ländlichen
Bezirke und suchen als Handelsleute die Städte auf.
Die Katholiken nehmen an Zahl etwas stärker zu
als die Protestanten; der Grund dieser Erscheinung liegt
in der beträchtlichen Einwanderung aus den katholischen
Nachbarländern Frankreich, Italien, Österreich und Süd
deutschland.
Zuwachs
1 Vergleiche die Tabelle der Konfessionen im Anhang.